Erstmals Elternguides in der TechnologieRegion Karlsruhe ausgebildet


Die Premiere war erfolgreich: An zwei Workshop-Tagen im März erfuhren elf Männer und Frauen wie sie in ihrer Firma als Vertrauensperson zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie agieren können

Nadia Alber (Mitte) von elvisory überreicht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Zertifikate zum Elternguide. (Quelle: TRK)

Elf Männer und Frauen nahmen an der Schulung teil, die zum ersten Mal in der TRK stattfand und im Herbst wiederholt wird. (Quelle: TRK)

In einem zweitägigen Workshop wurde Wissen über innerbetriebliche Beratung zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf vermittelt. (Quelle: TRK)

Von führenden Expertinnen auf diesem Gebiet, der Wirtschaftsjuristin Nadja Alber und der Betriebswirtin Christiane Kuntz-Mayr, erhielten sie wertvolles Wissen und am Ende natürlich ihre Zertifikate. Künftig sind sie damit bestens gerüstet, um Firmen in der TechnologieRegion Karlsruhe auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit zu unterstützen.

Zu den Aufgaben der Elternguides gehört sowohl die Beratung Beschäftigter, die bald Eltern werden oder die es schon sind, etwa zu Regelungen bei Mutterschutz, Elterngeld, Wiedereinstieg oder Teilzeitarbeit. Zudem sind sie in diesem Bereich auch Ansprechpartner für die Führungskräfte der Firma. Die Qualifizierung zum Elternguide ist ein neues Angebot des Arbeitgeberforums „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ der TechnologieRegion Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Partnerunternehmen elvisory.

„Der Elternguide-Lehrgang wird hier so gut angenommen, dass wir einige Interessenten sogar auf das nächste Mal vertrösten mussten“, sagt Nadja Alber von elvisory. Die Wahl-Karlsruherin führt das Format zusammen mit ihrer Kollegin schon seit geraumer Zeit im Saarland, in Hessen und auch in anderen Regionen Baden-Württembergs durch – und das hat sich offenbar herumgesprochen. „Einige Teilnehmer des ersten Karlsruher Kurses kamen auf spezielle Empfehlung zu uns“, verrät Alber.

Der Lehrgang vermittelt praxisnahe Informationen, rechtliche Grundlagen und erklärt, wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Betrieb kommuniziert werden kann. Auch danach tauschen sich die Elternguides in einem Netzwerk aus und halten ihr Wissen stets aktuell. Die Idee hinter dem Format ist eine familienbewusstere Personalarbeit angesichts des demografischen Wandels, beschleunigter Arbeitsprozesse und veränderter Werte. Firmen, die Eltern einen flexiblen Arbeitsalltag ermöglichen, sind attraktiver für Fachkräfte.

Achim Kolb, Geschäftsführer des „Karlsruher Bündnis für Familie“, hat die Ausbildung zum Elternguide in der TechnologieRegion Karlsruhe nicht nur ins Rollen gebracht, sondern bei der ersten Gelegenheit auch selbst absolviert. „Ich konnte viel rechtliches Wissen tanken, dieser Pilot hat eine gute Wirkung. Wir werden den Lehrgang zum innerbetrieblichen Ansprechpartner deshalb im Herbst wiederholen“, sagt Kolb. Frisch zertifizierte Elternguide ist auch IHK-Mitarbeiterin Claudia Nehm. Sie informiert zwar schon seit zehn Jahren über die Familienfreundlichkeit ihrer Organisation. Allerdings im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, also vor allem nach außen hin, zum Beispiel auf Veranstaltungen. „Nachdem ich nun eine Menge zum Thema Mutterschutz, Elterngeld und Elternzeit erfahren habe, möchte ich das künftig auch an meine Kollegen und Kolleginnen im Haus weitergeben!“

Sarah Kronenwett aus der Personalabteilung des FZI Forschungszentrum Informatik möchte ihre Kollegen als Erstes via Intranet informieren. „Darüber hinaus habe ich zahlreiche Anregungen bekommen, wie man das Thema noch kommunizieren kann – etwa in einem Buch, das zeigt, was wir für Familien tun. Oder durch ein Eltern-Kind-Büro“, so Kronenwett. Den überwiegend männlichen Arbeitnehmern des FZI möchte sie ebenso ein gutes Gefühl beim Thema Vereinbarkeit vermitteln, wie den Frauen. Die, so hofft die Personalerin, werden sich dadurch vielleicht häufiger bewerben.

Weitere Informationen finden Sie auch unter trk.de/arbeitgeberforum und elvisory.de