Das CAIT - CENTER FOR ARTIFRICIAL INTELLIGENCE TALENTS feierlich eröffnet


Methoden und Technologien der Künstlichen Intelligenz machen Analytik erlebbar

Virtual Reality, ein Feature des CAIT (Foto: Jürgen Rösner, © KIT/IMI).

Prof. Ovtcharova eröffnet das von ihr neu gegründete "CAIT - Center for Artificial Intelligence Talents" (Foto: Jürgen Rösner, © KIT/IMI)

Keynote Speaker Daniel Mattes (Gründer von 42.cx External Link) erklärt, wie sich KI auf die Zukunft auswirkt (Foto: Jürgen Rösner, © KIT/IMI).

Das CAIT (Center for Artificial Intelligence Talents) wurde mit einem Festakt am 23.07.2019 am Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen (IMI) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) eröffnet.

Im KI-Zeitalter werden Vordenker und Antreiber - Talente mit der Fähigkeit zum vernetzten Denken und mit Blick aufs Ganze - gebraucht. Das neu gegründete Zentrum betrachtet die digitale Bildung und den Umgang mit KI für jeden Menschen - unabhängig von Schulabschluss und Alter - als Kernvoraussetzung für seinen beruflichen Erfolg und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. CAIT hat die Vision, digitales Wissen schnell, pragmatisch und handlungsorientiert in alltägliche und berufliche Kompetenzen und Fähigkeiten umzusetzen. Besondere Beachtung findet dabei die universitäre Lehre, um Studenten und Doktoranden von Anfang an auf den aktuellen Wissensstand zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, im CAIT zu experimentieren.

Die Künstliche Intelligenz (KI) setzt die Welt, in der wir leben und arbeiten, in einen fundamentalen Umbruch. Ein Wettkampf um die Zukunft hat begonnen, in einem Moment, in dem außerordentlich viel auf dem Spiel steht. Wie nie zuvor wandeln sich ganze Branchen und Lebensstile. Erleben wir eine neue Renaissance? Neue Werte- und Geschäftsmodelle für und durch die KI werden zur Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit, egal ob Person, Unternehmen oder Standort. Die KI wirkt sich auch auf unser menschliches Miteinander aus, im Tagesgeschäft sowie im Alltag. Die wichtigste Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Wie kann eine humane Zukunft mit KI aussehen?

Für die Renaissance wurde die Lehre der Perspektive formbestimmend, sie ermöglichte wiederum ein neues Weltbild, welches die Wiederentdeckung der Individualität und den Menschen als das Maß aller Dinge bestimmte. In einer neuen Renaissance, wo menschliche und künstliche Intelligenzen verschmelzen, wird das CAIT entscheidend dazu beitragen, digitales Wissen durch virtuelle Raumdarstellung und durch ein „neues Auge“ sichtbar, erlebbar und kommunizierbar zu machen. Dadurch kann, wie in einem „Holodeck“, imaginär umgesetzt, was bisher im Verborgenen blieb. Zusammenhänge und Wirkungsweisen lassen sich schneller erkennen und in Teams aus interdisziplinären Fachleuten intuitiv verstehen. Die Entscheidungsfindung in komplexen Situationen wird dadurch erheblich beschleunigt.

Das virtuelle Erleben von Analytik stellt eine Alternative im Spannungsfeld von Kosten, Zeit, Qualität und Innovation dar und ist gleichzeitig eine überzeugende Lösung versus Komplexitätszwang und zunehmendem Reaktionsbedarf. Heute entscheidet die von Emotionen geprägte Sicht des Menschen ebenso wie die dynamisch verändernden Märkte, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung Erfolg hat. Aber auch ein verstärktes Umweltbewusstsein sowie die wachsende Mobilität und die damit weltweite Vernetzung von Unternehmen gehören zu den Schlüsselfaktoren. Die Herausforderung für Wissenschaft und Wirtschaft liegt in der Beherrschung eben dieser Komplexität.

Mit den bisher angewendeten KI-Methoden werden dem Benutzer zwar verschiedene, auch dreidimensionale Ansichten angeboten; jedoch bleibt der Mensch vor dem Bildschirm stets von dem eigentlichen Objekt seines Interesses getrennt. Durch das virtuelle Erleben von Analytik wird diese Trennung aufgehoben, denn die Virtualisierung ist immersiv. Das bedeutet, der Mensch bleibt nicht länger nur Betrachter, sondern er wird zum aktiven Mitgestalter, der alle Wechselwirkungen miterlebt. Wie in der Gedankenwelt der Renaissance, steht der Mensch wieder im Mittelpunkt.

“Eine entscheidende Herausforderung ist heute, Visionäre und Antreiber - Talente mit der Fähigkeit zum vernetzten Denken und mit Blick fürs Ganze - anzutreiben. Unsere Vision ist es, das CAIT als eine offene Aktionsplattform für den KI-Einsatz in Bildung und Qualifikation für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu betreiben. Unsere Ziele und Maßnahmen sind anwendbar in Bezug auf hohe Priorität, schnelle Reaktionsfähigkeit und Best Practices. Gemäß unserer Vision ist das CAIT bereits heute zu konkreten, zeitnahen Maßnahmen verpflichtet. So werden in einer Art "Sandkasten" neue Ideen spielerisch getestet und durch weitreichende Bildungs- und Finanzierungsmaßnahmen untermauert – auf Basis einer zuverlässigen Infrastruktur“, so Prof. Jivka Ovtcharova, Gründerin des CAIT und Leiterin des Instituts für Informationsmanagement im Ingenieurwesen des KIT. „Die Ideenumsetzung im Sandkasten symbolisiert dabei einen Ort des Zusammenkommens von Menschen aus verschiedenen Disziplinen und Organisationen zum spielerischen Denken, Kommunizieren und Handeln. Ganz nach dem Motto „Face it!“ - auf den Punkt kommen, begreifen, pragmatisch und handlungsschnell vorgehen.

„Der Profit für Unternehmen wird dadurch gesichert, dass in einem Sandkasten-Modell evaluiert wird, ob der Kapitaleinsatz durch messbare Vorteile belegt und das Investitionsrisiko minimiert werden kann. Dieses Konzept wird derzeit bei verschiedenen Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Beispielweise für den fachübergreifenden Einsatz virtueller Realität, von der praxisorientierten Hochschul-, Aus- und Weiterbildung über digitale Hubs für Startups und KMUs, bis hin zu KI-Kultur- und Marktplätzen der Zukunft“, so Ovtcharova.

„Der Profit für Unternehmen wird dadurch gesichert, dass in einem Sandkasten-Modell evaluiert wird, ob der Kapitaleinsatz durch messbare Vorteile belegt und das Investitionsrisiko minimiert werden kann. Dieses Konzept wird derzeit bei verschiedenen Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Beispielweise für den fachübergreifenden Einsatz virtueller Realität, von der praxisorientierten Hochschul-, Aus- und Weiterbildung über digitale Hubs für Startups und KMUs, bis hin zu KI-Kultur- und Marktplätzen der Zukunft“, so Ovtcharova.

„Silicon Valley war gestern!“, betonte CAIT Keynote Speaker Daniel Mattes, Serial Entrepreneur und Gründer von 42.cx, in seiner Eröffnungsrede am Institut. Dies in bewusster Provokation bezüglich KI-Kompetenz, um Europas Selbstbewusstsein vor allem in diesem Bereich wachzurütteln. Er sieht KI als die größte wirtschaftliche Chance aller Zeiten und aktuell als den richtigen Zeitpunkt an, um sich mit Europa in Wettbewerb zu stellen. In Sachen KI-Kompetenz werden die Karten derzeit neu gemischt. Europa soll den zukünftigen Gegenpol darstellen und CAIT sei eine große Bereicherung, so Mattes.

Als erste Kooperationspartner und Förderer des CAIT beteiligen sich, neben 42.cx, auch die Unternehmen abas, Diota, Elabo, Faro, Knowtion, SolidLine sowie die studentische Gruppe linkit.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.imi.kit.edu