NEO2019 – Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe geht an KI-gestützte Augmented-Reality-Brille „HoloMed“


Mehr Patientensicherheit bei Operationen

v.l.: Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup, das Preisträger-Team Björn Hein, Franziska Mathis-Ullrich, Christian Kunz und Jochen Ehlgötz, Geschäftsführer der TechnologieRegion Karlsruhe GmbH. (Foto: Michael M. Roth, TechnologieRegion Karlsruhe GmbH)

Auch Physikerin und Raumfahrt-Expertin Laura Winterling betonte in ihrer Laudatio, dass Künstliche Intelligenz dem Menschen dienen solle (Foto: Michael M. Roth, TechnologieRegion Karlsruhe GmbH)

Gruppenbild mit allen NEO2019 Nominierte (Foto: Michael M. Roth, TechnologieRegion Karlsruhe GmbH)

Die TechnologieRegion Karlsruhe hat heute zum zehnten Mal den Innovationspreis NEO verliehen. Der mit 20.000 Euro dotierte NEO2019 wurde im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien dem Entwicklungsteam von „HoloMed“ überreicht, das durch Künstliche Intelligenz (KI) und Augmented-Reality (AR) Chirurgen im Operationssaal unterstützt. Die KI stellt mit Daten aus Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) tief liegende Körperstrukturen in einer AR-Brille dar. Das erweist sich etwa bei Gehirn-Operationen als nützlich, denn „HoloMed“ zeigt Führungskanal und Zielbereich der chirurgischen Instrumente präzise an. Dieses einfach zu bedienende und kosteneffiziente System eignet sich für finanzschwache Krankenhäuser in Schwellenländern ebenso wie zur Kostensenkung im westlichen Gesundheitswesen.

„Welch tolle und wichtige Auszeichnung für unsere Idee und unser Team!“, freute sich Prof. Dr. Björn Hein über den NEO2019. Er ist Professor an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft und gehört zur Forschungsgruppe des KIT, die „HoloMed“ im Verbund mit mbits imaging GmbH, Universitätsklinikum Ulm und User Interface Design GmbH entwickelt hat. „Der Gewinn bestätigt uns in der Annahme, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind und ein für die Gesellschaft relevantes Produkt entwickeln. Natürlich hoffen wir nun auf die Strahlkraft dieses Preises, um das Interesse von möglichen Investoren zu wecken“, so Professor Hein weiter.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der TechnologieRegion Karlsruhe GmbH und Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe Dr. Frank Mentrup zeigte sich bei der Preisverleihung froh, dass Deutschland und Europa die Entwicklungen in der KI mitbestimmen. „Hier wird der Schutz des Menschen und seiner Daten in den Vordergrund gestellt und KI als Optimie-rungsinstrument zum Nutzen der Menschen eingesetzt. Wenn Sie so wollen, findet die soziale Marktwirtschaft hier ihre Fortsetzung.“

Auch Physikerin und Raumfahrt-Expertin Laura Winterling betonte in ihrer Laudatio, dass Künstliche Intelligenz dem Menschen dienen solle: „Das Wichtigste an der KI bleibt die Menschlichkeit. Das Siegerprojekt besticht durch eine überragende Kombination aus lösungsorientierten Denkprozessen und anwenderfreundlichem Mehrwert mit grandiosen Ergebnissen – von Menschen für Menschen.“

Einen Rekord von über 300 Besuchern aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Kommunen erreichte die von Alex Hofmann (SWR) moderierte Preisverleihung, die im Rahmen und in Kooperation mit dem Kongress „New Work Evolution“ stattfand: In Video-Clips stellten die Finalisten ihre Wettbewerbsbeiträge zum Thema „Künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt von Morgen“ vor: Neben „HoloMed“ waren der Videosensor „Patronusens“ zur altersgerechten Alltagsunterstützung (Inferics GmbH) zu sehen, die simultane Überset-zungstechnologie „Lecture Translator“ (kites GmbH), ein Jät-Roboter, der Unkraut automatisch erkennt (Naiture GmbH & Co. KG) sowie „Neo“, der digitale Assistent für Business-Prozesse (Neohelden GmbH).

Im Sommer hatte eine fachkundige Jury aus Dr. Guido Glania (IHK Karlsruhe), Prof. Dr. Thomas Hirth (KIT), Matthias Hornberger (Cyberforum), Stefanie Nauel (Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz), Prof. Dr. Jivka Ovtcharova (KIT), Prof. Dr.-Ing. Franz Quint (Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirt-schaft), Frank Roth (AppSphere AG), Prof. Dr.-Ing. Stephan Schenkel (DHBW Karlsruhe) und Dr.-Ing. Thomas Usländer (Fraunhofer IOSB) über 30 Bewerber hinsichtlich ihrer überzeugenden Leitidee, generellen Marktfähigkeit sowie globalen Relevanz geprüft. Vier von fünf Favoriten des bundesweit ausgeschriebenen Innovationspreises kommen aus der TechnologieRegion Karlsruhe. „Künstliche Intelligenz ist hier zu Hause und prägt technologische Entwicklungen zum Nutzen der Menschen weltweit. Unser Gewinner ‚HoloMed‘ zeigt, wie stark auch die Medizintechnik in der TechnologieRegion Karlsruhe ist“, resümierte Jochen Ehlgötz, Geschäftsführer der TechnologieRegion Karlsruhe GmbH.

Für den NEO2020 im nächsten Jahr kündigte er das Wettbewerbsthema „Bioökonomie“ an.
Weitere Infos finden Sie unter www.trk.de/neo2019