NEO2019: Wir suchen die Künstliche Intelligenz für die Arbeitswelten von morgen

Künstliche Intelligenz, kurz KI genannt, ist in aller Munde – oder besser gesagt in aller Köpfe. Längst ist die Suche nach Lösungen kein Nischenthema mehr, denn die Diskussionen darüber und die Suche nach Lösungen sind mitten in der Gesellschaft angekommen. Mit dem NEO2019 wollen auch wir einen Beitrag in dieser Debatte leisten und machen uns auf die Suche nach Produkten und Dienstleistungen, die zeigen, wie Künstliche Intelligenz in Zukunft zu einer Weiterentwicklung unserer Arbeitswelten beitragen kann.

Welche Innovationen nehmen uns zum Beispiel Routine-Arbeiten ab, verbessern die Qualität von Arbeit, ermöglichen eine sinnvolle Work-Life-Balance? Wo kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz und treibt den Innovationsstandort Deutschland an? Digitale Sprachassistenten werden bereits von 35 Millionen Deutschen genutzt, die Zahl der Industrieroboter beträgt heute etwas mehr als zwei Millionen und soll sich bis 2021 verdoppeln und 77 Prozent der Industrieunternehmen haben bereits Künstliche Intelligenz im Einsatz. Künstliche Intelligenz ist Realität und ihre vielfachen Anwendungsthemen wecken viele Erwartungen. Welche Innovation haben Sie in diesem Bereich? Ist sie preiswürdig?

Die Preisverleihung findet am 23. Oktober 2019 ab 18 Uhr im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien im Rahmen und in Kooperation mit der New Work Evolution 2019, Süddeutschlands Leitkongress für digitale Arbeitswelten, statt.

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Die Ausschreibung

Für den NEO­-Award können sich marktfähige Produkte und Dienstleistungen aus allen Bereichen der Arbeitswelt bewerben, solange sie auf Künstlicher Intelligenz basieren. Ob Produktion oder Administration, ob Unterstützung am Arbeitsplatz, auf dem Weg zu Arbeit oder im Home­Office – Künstliche Intelligenz ist bereits vielfach im Einsatz. Der NEO2019 will Ihnen helfen, Ihre erprobte Innovation sichtbarer und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Sie oder Ihr Unternehmen haben bereits Produkte oder Dienstleistungen mit Künstlicher Intelligenz auf den Weg gebracht, die im Einsatz ihre Tauglichkeit bewiesen haben? Dann bewerben Sie sich für den NEO2019, denn genau solche Lösungen will der Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe sichtbar machen und mit einem Preisgeld von 20.000 Euro prämieren.

Überzeugende Leitidee

Gesucht werden Entwicklungen, denen eine überzeugende Leitidee zugrunde liegt. Die Innovation soll einem breiten Publikum vermittelbar sein und einen wichtigen Beitrag zur Lösung aktuell bedeutsamer Fragestellungen liefern. Eine reine Grundlagenforschung soll nicht Gegenstand der Bewerbung sein.

Marktfähigkeit

Wir freuen uns auf Einreichungen, die auf ein marktfähiges Produkt oder eine Dienstleistung zielen. Produkte oder Dienstleistungen, die seit Jahren üblich sind oder bereits angewendet werden und im allgemeinen Bewusstsein keine Neuerung mehr darstellen, sollen nicht Thema der Bewerbung sein.

Globale Relevanz, Internationalität

Gesucht werden Innovationen, die eine globale Relevanz erwarten lassen und die eine internationale Dimension entweder in ihrer Entstehung oder in ihrer Anwendung aufweisen. Produkte und Dienstleistungen, deren Bedeutung regional begrenzt ist, spricht der Award in diesem Jahr nicht an.

Das Vergabeverfahren

Die Ausschreibung erfolgt zweistufig. Die Teilnehmer konnten sich bis zum 20. Mai 2019 mit einer Kurzbeschreibung bei uns bewerben. Nach einer Vorauswahl unserer Jury fordern wir für bis zu zehn Bewerbungen weiterführende Ausarbeitungen an. Von diesen Einreichungen nominiert die Jury schließlich bis zu fünf Arbeiten für die Preisvergabe.

Teilnahmebedingungen

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, Wissenschaftseinrichtungen, Institutionen, Unternehmen und Vereine aus Deutschland.

Die Jury

Der Innovationspreis bietet objektive Rahmenbedingungen: Eine hochkarätige Fachjury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wird bis zu fünf Arbeiten aus den Einsendungen nominieren.

Jurymitglieder:

  • Dr. Guido Glania
    Präsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe
  • Prof. Dr. Thomas Hirth
    Vizepräsident für Innovation und Internationales am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Matthias Hornberger
    Vorstandsvorsitzender CyberForum e.V.
  • Stefanie Nauel
    Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
    Referat Grundsatzfragen der Innovations- und Clusterpolitik, Innovationsförderung
  • Prof. Dr. Dr.-Ing. Dr. h. c. Jivka Ovtcharova
    Institutsleiterin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen (IMI)
  • Prof. Dr.-Ing. Franz Quint
    Prorektor der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft
  • Frank Roth
    Vorstand AppSphere AG
  • Prof. Dr-Ing. Stephan Schenkel
    Rektor der DHBW Karlsruhe
  • Dr.-Ing. Thomas Usländer
    Leiter der Abteilung Informationsmanagement und Leittechnik am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB)

 

Die Preisverleihung

Im Rahmen der Preisverleihung werden alle nominierten Arbeiten präsentiert und der Preisträger des NEO2019 – Der Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe bekannt gegeben. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am 23. Oktober 2019 im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien im Rahmen und in Kooperation mit der New Work Evolution 2019, Süddeutschlands Leitkongress für digitale Arbeitswelten, verliehen. 

Die Nominierten

Für den NEO2019, der zukunftsweisende KI-Entwicklungen für die Arbeitswelt von morgen prämiert, sind diese fünf Einreichungen nominiert:

Die Inferics GmbH gibt mit dem videobasierten 3D-Sensor „Patronusens“ Antworten auf aktuelle Fragen wie den Pflegenotstand: Mittels Künstlicher Intelligenz und digitaler Bildverarbeitung analysiert er das Verhalten von Personen in einem Raum und erkennt ihre Bedürfnisse. So wird das Gebäude intelligent und kann etwa in Pflegeheimen oder Kliniken gestürzte Personen erkennen. Gebäude werden mit dieser Technik sicherer, Banken hilft sie bei der Vermeidung von Vandalismus oder Geldautomaten- Sprengungen, auch Diebstahlerkennung im Einzelhandel ist möglich. In Japan ermöglicht das Sensorsystem bereits platzgenaue Online-Reservierungen im Restaurant.

Die Arbeit von Medizinern möchte das am Karlsruher Institut für Technologie mitentwickelte System „Holo- Med“ optimieren. Durch KI-gestützte Augmented Reality erstellt es aus computertomografischen Aufnahmen des Patienten ein Modell und bildet darauf tief liegende, nicht sichtbare Strukturen im Körper topografisch genau ab. Dies kann etwa bei der Ventrikelpunktur hilfreich sein, einem der häufigsten neurochirurgischen Eingriffe bei Hirnblutung oder Schlaganfall, die den Druck im Gehirn reduziert. Nur 60 Prozent der freihändig durchgeführten Einstiche erreichen eine optimale Katheter-Position, KI könnte die Eingriffspunkte und den Zielbereich visualisieren und so Chirurgen bei der Operation unterstützen.

Einen wichtigen Beitrag zur Überwindung von Sprachbarrieren leistet die automatische Simultanübersetzung der Firma kites GmbH, die gesprochene Sprache kostengünstiger übersetzt, als menschliche Dolmetscher. Sie transkribiert und übersetzt gesprochene Vorträge automatisch in Echtzeit, später können in einem Archiv auch mehreren Sprachen abgerufen werden. Das System ist der weltweit erste kommerziell verfügbare automatische Dolmetscherdienst und eröffnet in unserer globalisierten Gesellschaft vor allem kleinen und mittleren Unternehmen bessere Chancen in der internationalen Wirtschaftswelt.

Den Innovationsstandort Deutschland durch nachhaltige Produktion von Lebensmitteln voranbringen möchte die automatisierte Unkrautentfernung der Firma Naiture GmbH & Co. KG. Das System basiert auf den drei Technologien Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und Big Data und soll chemische Pflanzenschutzmittel ersetzten, indem der Nachbau des menschlichen Gehirns lernt, Nutzpflanzen von Unkräutern zu unterscheiden. Das maschinelle Lernen wurde in den letzten fünf Jahren mit großen Datenmengen darauf trainiert, jetzt sollen Roboter-Assistenten mittels KI das Unkraut punktgenau ohne jegliche Chemie vernichten und in der Biolandwirtschaft die manuelle Arbeit der Erntehelfer übernehmen. Damit wird eines der größten ökologischen Probleme in der Landwirtschaft angegangen, denn die Langzeitfolgen von Pflanzenschutzmitteln sind nicht absehbar.

Einen digitalen Assistenten fürs Büro hat die Neohelden GmbH entwickelt: Ihr „Neo“ kommuniziert mit B2B-Nutzern ähnlich wie Siri oder Alexa im privaten Umfeld. Er macht KI nutzbar, ohne dass ein Unternehmen hier über technisches Know-how verfügen muss. Die Anwendung steuert digitale Business-Prozesse, filtert Informationen aus Software-Tools, Apps oder Maschinen und Anlagen heraus und sortiert sie nach Relevanz und Dringlichkeit. Der digitale Assistent kann individuell für verschiedene ITSysteme oder Maschinen konfiguriert werden und danach Routine-Aufgaben übernehmen, sodass jeder Mitarbeiter einen persönlichen Assistenten bekommt und mehr Zeit für wertschöpfende Aufgaben hat.

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NEO2019 – Der Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe wird unterstützt von: