Aktuelles zum Thema Energie

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Bauleitfaden für den kommunalen Klimaschutz veröffentlicht

Leitfaden und Praxisbeispiele werden bei Online-Veranstaltung von Experten vorgestellt

Karlsruhe/Ettlingen. „Mit vielen wertvollen Impulsen und einem wörtlich genommen greifbaren Ergebnis, nämlich unserem Leitfaden, können wir nun unser gemeinsames Engagement für mehr Klimaschutz fortsetzen“, resümierte Verbandsdirektor Gerd Hager gestern (12.10.) bei einer Online-Veranstaltung. Unter dem Titel „Klimagerecht unterwegs – Stadt-, Wärme-, und Mobilitätsplanung vor dem Hintergrund des neuen Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg“ hatte der Regionalverband Mittlerer Oberrhein gemeinsam mit den drei Energieagenturen der Region nach Ettlingen eingeladen.

Dort präsentierten die Veranstalter ihren neuen Leitfaden mit dem Titel „Klimagerechte Bauleitplanung für die Region Mittlerer Oberrhein“ unter anderem anhand von Praxisbeispielen aus Graben-Neudorf und Bruchsal. „Da wir beim Bauen langfristig die Weichen für den Energieverbrauch stellen, gehört dieser Sektor zu den wirksamsten Hebeln der lokalen Klimapolitik“, unterstrich Hager. Vor diesem Hintergrund beleuchteten die Veranstalter die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des klimagerechten Planens, um Kommunen auf ihrem Weg zu einer möglichst energieeffizienten Quartiers- und Siedlungsplanung zu unterstützen.

Praxisbeispiele weisen den Weg
Ergänzend dazu zeigten Prof. Dr. Christoph Hupfer von der Hochschule Karlsruhe unter den Stichworten „Klimamobilitätspläne“ und Markus Wexel von der TechnologieRegion Karlsruhe „Neue Mobilität im Quartier“ Beispiele aus dem Mobilitätsbereich auf. Die Entwicklung nachhaltiger Quartiere macht die Integration der vielfältigen und unterschiedlichen Fachkompetenzen erforderlich. „Die intelligente Vernetzung der regenerativen Energieerzeugung, Speichertechnologien, nachhaltige Mobilitätslösungen und städtebauliche Antworten auf die Verknüpfung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit, gepaart mit modernen Dienstleistungen erzeugt eine enorme Komplexität, die eine intensive Zusammenarbeit erforderlich macht,“ betont Wexel. Die TechnologieRegion Karlsuhe GmbH bereite daher gerade die Gründung des Arbeitsnetzwerks „Neue Chancen der Quartiersentwicklung“ vor. Auch das Landesnetzwerk der SmartGrids-Platform BW sei hier eingebunden.
Via Live-Stream verfolgten rund 100 Zuschauer das Programm aus der Buhlschen Mühle in Ettlingen.

Leitfaden und Präsentationen zum Download
Angesprochen waren die Planungsämter der Kommunen in der Region, aber auch Bauträger und Architekten. Wer sich im Nachgang zur Veranstaltung nochmals die gezeigten Präsentation anschauen möchte, findet diese unter https://reabw.de. Den Leitfaden können sich alle Interessierten hier oder auf der Seite www.region-karlsruhe.de des Regionalverbandes gebührenfrei herunterladen.

Das Programm in Ettlingen setzte die Reihe von Veranstaltungen fort, in der der Regionalverband und die Energieagenturen aus der Region seit dem Jahr 2017unter dem Stichwort „CO2-frei planen“ regelmäßig den Dialog mit den Kommunen suchen und Impulse für die kommunale Bauleitplanung geben. „Der Leitfaden bietet gewissermaßen die Essenz aus den Fachbeiträgen und Diskussionsergebnissen unserer Dialogveranstaltungen“ wirbt Hager. Die Online-Veranstaltung wurde gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung. Veranstalter waren die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur, die Energieagentur Mittelbaden, die Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe und der Regionalverband Mittlerer Oberrhein in Kooperation mit dem Verband der regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen Baden-Württemberg.
 


Heiße Quellen für cooles Klima

Geothermie hat großes Potenzial für die Dekarbonisierung des Wärmesektors

Wenn es um Klimaschutz und nachhaltige, CO2-freie Energieversorgung geht, schauen viele Menschen auf die Stromerzeugung. Entscheidend für das Gelingen der Energiewende in Deutschland wird aber der Bereich Wärme sein! 
Die Industrie verbraucht zwei von drei Kilowattstunden für die Prozesswärme, die Privathaushalte verbrauchen 70 Prozent der Energie für Raumwärme (Energiebericht kompakt BW, 2019). 
Wenn bis zum Jahr 2050 die Treibhausgas-Emissionen um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 gesenkt werden sollen, muss auch die Geothermie eine wesentliche Rolle spielen! 
Die TechnologieRegion Karlsruhe könnte dank ihrer Lage im Oberrheingraben ein unerschöpfliches Reservoir geothermischer Quellen anzapfen. Beim Blick auf die Landkarte stellt man allerdings fest, dass Erdwärme bisher nur vereinzelt genutzt wird. In Bruchsal steht eine der wenigen Geothermie-Anlagen der Region.
Zu dieser Anlage haben wir Armin Baumgärtner befragt, den Geschäftsführer der Stadtwerke Bruchsal.

Wie kam es zu dem Bruchsaler Erdwärme-Projekt?
Baumgärtner: Die Geschichte der Geothermie in Bruchsal begann in den 1970er-Jahren während der Ölkrise. 1983 bohrte man dann gezielt nach Thermalquellen, um sie geothermisch zu nutzen. 
Ursprünglich standen hinter dem Projekt die Europäische Union, der Bund, das Land Baden-Württemberg sowie die Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH. Die Investitionskosten beliefen sich auf 8,1 Millionen Euro. Damit wurden zunächst die Bohrungen finanziert. Wegen geringer finanzieller Erfolgsaussichten wurde das Vorhaben 1987 aber vorerst beendet.
Nachdem das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Kraft getreten war, nahm das Geothermieprojekt 2001 wieder Fahrt auf: Zirkulationsversuche mit einer starken Tauchkreiselpumpe stellten eine Erzeugung von jährlich 4.400 Megawattstunden Strom und damit eine Versorgung von rund 1.200 Haushalten in Aussicht. 
Mit dem Einstieg der EnBW Energie Baden-Württemberg AG konnten im Jahr 2005 die Arbeiten zur Errichtung eines Geothermiekraftwerks wieder aufgenommen werden. Das Kraftwerk wurde dann im Dezember 2009 eingeweiht. 
Seit Dezember 2019 versorgt die Geothermieanlage unter anderem auch die Bereitschaftspolizei Bruchsal über eine 400 Meter lange Nahwärmeleitung. 

Wo lagen die Vorteile für eine Kooperation mit der EnBW?
Baumgärtner: Die EnBW AG kann mit ihren finanziellen Möglichkeiten – sie hat ebenfalls noch einmal knapp 10 Millionen Euro in die Anlage investiert – und ihren Kompetenzen in Forschung, Entwicklung und Betrieb einen wichtigen Beitrag zu diesem Projekt leisten. 
Die Stadtwerke Bruchsal verfügen über das Know-how bei der Vor-Ort-Betreuung und bei der Gestaltung des Energiemix direkt am Kunden.

Man sagt: „Die Sonne schickt keine Rechnung“ – die Erde auch nicht?
Baumgärtner: Wir müssen natürlich bei Solaranlagen wie bei geothermischen Anlagen die Kosten für Investition, Wartung und Unterhaltung berücksichtigen. Unterm Strich muss das Ziel aber sein, eine regenerative Energieversorgung für die nachfolgenden Generationen zu etablieren. Denn fossile Primärbrennstoffe sind endlich und wir leisten einen wichtigen Beitrag zur CO2-Einsparung.

Welche Schwierigkeiten gab es bei der Nutzung der Erdwärme?
Baumgärtner: Die hohen Gas- und Mineralgehalte des Tiefengrundwassers waren eine große Herausforderung. Sie können Korrosion und Ablagerungen an der Anlage verursachen. Heute steuern wir dem entgegen mit einem Druck von 22 bar im obertägigen Thermalwasserkreislauf. 
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit Universitäten wie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universität Göttingen sowie Partnern aus der Industrie unterstützen die Optimierung der Anlage. 

Das Gespräch führte Markus Wexel.

Infos zum Geothermiekraftwerk Bruchsal

Inbetriebnahme:  2009
Gewonnene Energiemenge:  Strom 3.100 MWh, Wärme 2.800 MWh
Bohrtiefe: 2.540 m (Bohrung 1), 1.930 m (Bohrung 2)
Geförderte Wassermenge: 

24 l/s

Temperatur: 124 Grad Celsius
Nutzungsart:  Hydrothermal, Dubliette
Anlagentyp:    Kalina
Elektr. Leistung: 0,55 MW
Thermische Leistung:5,5 MW

Kontakt:
Armin Baumgärtner
Stadtwerke Bruchsal GmbH
Geschäftsführung
Schnabel-Henning-Str. 1a
76646 Bruchsal


Neues Förderprogramm für die energetische Gebäudesanierung

Das Umweltministerium und die L-Bank setzen mit dem Förderprogramm „Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren“ einen Anreiz für besonders effiziente energetische Sanierungen im Gebäudebestand. Das Förderprogramm startet am 1. September und hat eine Laufzeit bis Ende 2021.

In Zusammenarbeit mit der L-Bank hat das baden-württembergische Umweltministerium ein neues Förderprogramm „Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren“ aufgelegt. Mit den Mitteln des Landes wird die bestehende KfW-Förderung des Bundes für Sanierungen auf ambitionierte Effizienzstandards (KfW 55 und 70) aufgestockt. Damit ist für die Sanierung auf den KfW-Effizienzhausstandard 55 ein Tilgungszuschuss von bis zu 42,5 Prozent möglich. Das Förderprogramm startet am 1. September und hat eine Laufzeit bis Ende 2021. Es wird über die L-Bank abgewickelt.

Umweltminister Franz Untersteller sieht das neue Förderprogramm als Motivation für eine hochwertige Gebäudesanierung: „Unser Ziel ist es, im Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand im Land zu haben. Dafür müssen die Immobilien, die jetzt saniert werden, einen hohen Effizienzstandard erreichen. Damit das gelingt, müssen energetische Sanierungen attraktiv sein“, so der Minister. „Unser Förderprogramm soll Eigentümerinnen und Eigentümern einen Anreiz geben, ihre Häuser energetisch auf anspruchsvolle Niveaus zu bringen. Dafür stellen wir Mittel in Höhe von 2,3 Millionen Euro zur Verfügung.“

Besseres Klima durch mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand
„Der Klimaschutz ist eine der zentralen Herausforderungen, nach denen wir unser Handeln ausrichten sollten“, ergänzte die Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, Edith Weymayr. „Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz können dabei einen wesentlichen Beitrag leisten. Hierzu besitzt insbesondere die Sanierung von Wohnimmobilien ein großes Potenzial. Mit dem Programm ‚Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren‘ möchten wir mit passenden Finanzierungsangeboten die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg dabei unterstützen, besonders effiziente energetische Sanierungsvorhaben anzugehen und unser Land Stück für Stück voranzubringen. Dabei setzen wir auf unser bewährtes Konzept, Bundes- und Landesförderung in einem transparenten und wirkungsvollen Förderprodukt zu bündeln.“

Umweltministerium: Förderprogramm „Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren“

L-Bank: „Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren“

(Darüber hinaus stehen für die Beantragung und weitere Fragen auch die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der jeweiligen Hausbanken zur Verfügung.)
(Quelle: Baden-Württemberg.de)

 

 


Schwimmende PV-Anlage der Erdgas Südwest auf einem Baggersee in Leimersheim

Die Erdgas Südwest GmbH hat den Startschuss für den Bau ihres neuesten und bislang größten schwimmenden Photovoltaik-Projekts gegeben. In den nächsten Wochen entstehen auf einem Baggersee in Leimersheim (Rheinland-Pfalz) mit ca. 14.000 Quadratmetern und insgesamt etwa 1,5 MWpeak zwei schwimmende Photovoltaik-Anlagen. Noch in diesem Jahr soll eine der Anlagen in Betrieb genommen und der Strom für die Versorgung des dort schon in der fünften Generation betriebenen Kieswerks Pfadt GmbH Kieswerk - Baustoffe von Martin, Volker und Maximilian Pfadt genutzt werden.

Ein Jahr nach der Einweihung der ersten schwimmenden PV-Anlage folgt nun also das nächste Projekt. „Wir freuen uns, dass die Anlagen nach langer Planung und Vorbereitung jetzt in die Umsetzung kommen“, sagt Projektleiter Peer Köster, der das Projekt seitens Erdgas Südwest gemeinsam mit seiner Kollegin Melanie Gimmy betreut. In diesem Jahr mussten viele Herausforderungen gemeistert werden, denn das Projekt unterscheidet sich in vielem von dem Pilot in Renchen.

Erneuerbarer Strom für die Region
Insgesamt werden auf dem Baggersee in Leimersheim 3.744 Solar-Panele auf 6.500 Schwimmkörpern auf den See gebracht und mit einer Grundverankerung fixiert. Der See hat eine Fläche von 160.000 Quadratmeter, die Anlagen bedecken davon nur rund 8 Prozent. Ab Inbetriebnahme im Spätherbst 2020 werden zunächst 739,44 kWp an Leistung genutzt und etwa 780.000 kWh Strom erzeugt. Dieser wird zu etwa 40 Prozent zur Versorgung des Kieswerks Pfadt genutzt, der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Politische Hürden erfordern schrittweise Inbetriebnahme
„Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen müssen wir die PV-Anlagen einzeln betrachten, um eine Zusammenlegung der Anlagen im Sinne des EEG zu vermeiden. Deswegen müssen wir die Inbetriebnahme zweiteilen“, erklärt Melanie Gimmy. „Aus unserer Sicht besteht hier dringender Handlungsbedarf seitens der Politik, denn es zählt jeder Tag, der mit Erneuerbarer Energie bestritten wird“, sagt sie. So schaltet Erdgas Südwest erst Ende 2021 die zweite Anlage mit derselben Leistung und demselben Erzeugungspotenzial hinzu. (Quelle: Erdgas Süwest GmbH)

 

 


Energiegeladener Auftakt mit 1. Energiekongress zur TRK-Energiestrategie

Zum Auftakt des ersten Energiekongresses in der TechnologieRegion Karlsuhe (TRK) gab Oberbürgermeister Dr. Mentrup das ambitionierte Ziel der Veranstaltung vor: „Wir wollen unsere Region zu einer „Smart Energy Region“ umbauen.“ Wie das gelingen kann und welche Chancen und Mitwirkungsmöglichkeiten sich hierbei bieten wurde in dem über fünfstündigen Kongress an vielen Praxisbeispielen diskutiert und vorgestellt. Die meisten der rund vierhundert Teilnehmer hatten sich online zugeschaltet, konnten aber dank einer perfekten Übertragungstechnik fast genauso mitten im Geschehen sein, wie die etwa 50 Teilnehmer in der nach perfekten Hygienestandards hergerichteten Gartenhalle der Karlsruher Messegesellschaft.

Der 1. Energiekongress bildete den Auftakt dazu die Energiestrategie der TechnologieRegion Karlsruhe in die Breite zu tragen. Als Hauptorganisatoren hatten das Energienetzwerk fokus.energie e.V, die PINK Event Service GmbH und die Karlsruhe Messe- und Kongress GmbH zusammen mit der TechnologieRegion Karlsruhe GmbH, Industrie- und Handelskammer Karlsruhe und Handwerkskammer Karlsruhe sowie vielen weiteren Partnern und Unterstützern die Vision und die vielfältigen Maßnahmen der TRK-Energiestrategie vorgestellt. Unter dem Motto: „Energiegeladen – Einladung zum Mitmachen“ begrüßte der Initiator Dr. Hans Hubschneider die Gäste in der Gartenhalle und rief dazu auf sich persönlich bei der Energiewende einzubringen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: „Jeder soll heute wenigstens fünf konkrete Anregungen mitnehmen, die er persönlich umsetzen kann“, betonte der Gründer und Vorstandsvorsitzende von fokus.energie.

Eine Botschaft die auch der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Mentrup gerne aufnahm und für die Energiestrategie warb: „Die Energiestrategie bietet vielfältige Möglichkeiten zum Mitmachen, es liegt in der Verantwortung aller, sich hier mit Projekten einzubringen.“ Einen Vergleich zur Pandemie zog Jochen Ehlgötz, Geschäftsführer der TechnologieRegion Karlsruhe GmbH, denn diese habe gezeigt, dass wir die Krise auch als Chance begreifen können. „In der Corona-Krise ist es gelungen, wissenschaftliche Fakten als Entscheidungsgrundlage heranzuziehen und dem Menschen nachvollziehbar zu vermitteln. Daher glaube ich, dass es gelingen kann und die allermeisten bereit sind ihr Denken und besonders ihr Handeln zu ändern", so Ehlgötz.

In fünf Diskussionspanels zu den Themenfeldern

  • (E-)Mobilität und Ladeinfrastruktur,
  • Energiewende in Unternehmen und Handwerk,
  • Nachhaltiges Gebäude,
  • Photovoltaik sowie
  • Stadt und Quartier

wurden in Kurzvorträgen und Expertendiskussionen über bereits laufende Projekte informiert, aber auch zahlreiche Anregungen geben, wie sich jeder Einzelne als Privatperson oder als UnternehmerIn dafür einsetzen kann, an der Vision der Energiestrategie mitzuwirken. IHK-Energieexperte Ilja Lifschiz: „Die Energiestrategie bietet ideale Möglichkeiten die verschiedenen bestehenden Projekte bekannt zu machen und neue Mitwirkende zu gewinnen. Er betonte dabei auch, dass nur durch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit die notwendigen großen Fortschritte erzielt werden können. „Ich wünsche mir von der Energiestrategie einen richtigen Schub“.

Prof. Eberhard Jochem, Senior Advisor am Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien sieht insbesondere bei Maßnahmen die die Jugend ansprechen eine lohnende Investition. Bei den EnergyScout-Projekten der IHK würden die jungen Auszubildenden in den Unternehmen für ein Leben lang für das Thema Energieeffizienz geprägt. Auch warb Jochem für eine andere Sichtweise der Unternehmen bei Investitionen in energieeffizientere Anlagen: „In Unternehmen muss anstelle einer Risikobewertung eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über die Laufzeit erfolgen, die Rentabilitäten sind enorm!“ Klaus Teizer, Leiter des Bereichs Technik und Innovation der Vollack Gruppe betonte, dass es bewiesen sei, dass die Energiewende möglich sei: „Die Techniken haben wir, wir müssen nur machen.“

Ein zentraler Baustein der Energiewende ist der Energieverbrauch in unseren Wohnungen und Häusern. Daher kommt dem Umbau vorhandener Wohnquartiere und dem Neubau eine besondere Bedeutung zu. Jörg Schmidt, Technischer Leiter der evohaus IRQ GmbH stellte das Leuchtturmprojekt „Neue Mitte“ der TRK-Energiestrategie in Graben-Neudorf vor. „Wir bauen hier ein smartes Quartier mit einer kooperativenCO2-freien Energieversorgung -auch über Quartiersgrenzen hinweg. Die Energieversorgung erfolgt ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Heizen, Warmwasser, uns Strom werden ganzheitlich betrachtet. Elektromobilität wird eingebunden.“ „Quartiere sind Impulsgeber für die lokale Energiewende“, betonte Tobias Kemmler; Manager Quartierentwicklung bei der EnBW AG. Aber die Produkte müssten einfach, verständlich und erlebbar vermittelt werden ergänzte Dietmar Miller von der Smart Grids Plattform Baden-Württemberg und Koordinator der Kompetenzstelle des Landes.

Michael Rausch, Geschäftsführer von fokus.energie e.V. und Cheforganisator zeigte sich am Ende der Veranstaltung sehr zufrieden: „Die Veranstaltung zeigt ganz klar, dass das Thema Energie insgesamt brennt. Die Energiefrage ist allgegenwärtig; in jedem unserer Lebensbereiche. Höchste Zeit, dass wir mit unserer Auftaktveranstaltung in der TechnologieRegion Karlsruhe gestartet sind. Und das macht mich sehr zufrieden.“

Die Vision der Energiestrategie „Smart Energy – TRK Mission 2 Grad“ und weitere Informationen finden Sie hier: „Die TechnologieRegion Karlsruhe hat 2050 die klimapolitischen Ziele der Pariser Klimakonferenz 2015 erreicht, ist Vorbild für nachhaltiges Wirtschaften und die Gestaltung von Energiesystemen und bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern eine lebenswerte und attraktive Umwelt.“  Informationen zum Energiekongress erhalten Sie auf den Seiten von fokus.energie

 

 


Spatenstich für Großbauprojekt "Neue Mitte" in Graben-Neudorf

Innovativ, nachhaltig, autofrei, architektonisch hochwertig, ein Quartier der kurzen Wege mit einer grünen Lunge. Dazu CO2-frei und vor allem auch bezahlbar für Bezieher mittlerer und kleinerer Einkommen. So kann das Modell für den Lebens – und Wirtschaftsraum von morgen aussehen. Ein solches Leuchtturmprojekt für smarte Quartiere entsteht jetzt in Graben-Neudorf.

Die Ausrichtung des Quartiers macht deutlich, dass es die Region mit ihrer neuen Energiestrategie „Smart Energy – TRK Mission 2 Grad“ ernst meint. Mit beispielgebenden Projekten wie z.B. smarte Quartiere wollen wir darstellen wie mit Hilfe von neuesten Energietechnologien und innovativen Konzepte praxistauglich die Ziele der Energiewende und des Klimaschutzes erreicht werden können. Für die Konzeption und Umsetzung ist die evohaus GmbH und das Büro Hanen Architekten, beide aus Karlsruhe, verantwortlich. Sie sind die Spezialisten für CO2-freie und bezahlbare Wohnquartiere.

Die TechnologieRegion Karlsruhe GmbH ist stolz, bei diesem herausragenden Quartierskonzept als Projektpartner mitwirken zu können. Mit dem intelligenten vernetzten Energiekonzept setzen wir hier neue Standards, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz zur Grundlage für vorausschauenden innovativen Städtebau machen. Dieses Leuchtturmprojekt der Energiestrategie der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) ist ein wichtiger Beitrag, die Klimaziele der TRK zu erreichen und ihre anwendungsorientieren Kompetenzen in den Themen Energie, Digitalisierung und Mobilität weit über die Region hinaus aufzuzeigen.“

Weitere Infos:

 


Unternehmensappell für Krisenbewältigung und Zukunftsfähigkeit

Mit einem Klima-Konjunkturprogramm unsere Wirtschaft krisenfester machen.

Auf dem Erreichten aufbauen und die Ausgestaltung und Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen konsequent weiterzuführen – mit diesem Klimaschutz-Appell wandte sich anlässlich des Pertersberger Klimadialogs eine in der Stiftung „Stiftung 2 Grad“ vereinte Allianz von 68 Unternehmen, darunter einer der TRK GmbH Gesellschafter, die EnBW, an die Bundesregierung.

68 deutsche Unternehmen für ambitionierte Klimapolitik

Die Unternehmen – darunter viele Größen der deutschen Wirtschaft – setzen sich für eine ambitionierte Klimapolitik ein und drängen auf die ambitionierte Ausgestaltung eines „Green Deal“ sowie auf die Vorlage ambitionierter Klimaziele aller Staaten in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzvertrag.

Mastiaux: „Beim CO2-Preis darf es kein Zurück geben“
„Eine wirksame CO2-Bepreisung ist wie ein Klimakompass, um Geschäftsmodelle nachhaltig aufzustellen“, so EnBW-Chef Frank Mastiaux. „Beim CO2-Preis darf es daher kein Zurück geben. Vielmehr muss eine sinnvolle Verzahnung mit einem Konjunkturprogramm für Klimaschutz und Nachhaltigkeit geschaffen werden.”

Unternehmen brauchen auch nach Corona-Krise Sicherheit
„Die Unternehmen brauchen auch nach der Corona-Krise Planungs- und Investitionssicherheit, denn sie haben damit begonnen, ihre Geschäftsmodelle klimafreundlich auszurichten“, sagte Stiftungsvorständin Sabine Nallinger. Diese Investitionen in sichere Arbeitsplätze, heimische Wertschöpfung, Ressourcen- und Gesundheitsschutz gelte es zu schützen.

Die enormen Anstrengungen von Staat und Gesellschaft im Zuge der Corona-Pandemie zeige, „was wir gemeinsam zur Bekämpfung einer globalen Bedrohung bewegen können“, ergänzte Stiftungspräsident Michael Otto.

Über die Stiftung 2 Grad
Die Stiftung 2 Grad ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Ziel ist es, die Politik zur Etablierung effektiver marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz aufzufordern und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen zu unterstützen. Benannt ist die Stiftung nach ihrem wichtigsten Ziel: die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken. Die Unterstützer der Stiftung sind: AIDA Cruises, ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, DAIKIN Airconditioning Germany GmbH, Deutsche Bahn AG, DEUTSCHE ROCKWOOL, Deutsche Telekom AG, Deutsche Wohnen SE, EnBW, Gegenbauer Holding SE & Co. KG, GLS Gemeinschaftsbank eG, GOLDBECK GmbH, Interseroh/ALBA, Otto Group, OTTO FUCHS KG, PUMA SE, Salzgitter AG, Schüco International KG, Schwäbisch Hall-Stiftung bauen-wohnen-leben, thyssenkrupp AG sowie Union Investment.