Tunnel Rastatt: Schlichtungsverfahren dauert an


Ergebnisse werden 2019 erwartet, Arbeiten gehen weiter

Noch sind nicht alle Dokumente und Untersuchungsergebnisse über die Ursache der Havarie im Tunnel Rastatt ausgewertet. Deshalb wird das im September 2017 ins Leben gerufene Beweiserhebungs- und Schlichtungsverfahrens zur Havarie beim Bau des Tunnels Rastatt, auch 2019 weiter andauern. Nach aktueller Einschätzung der Beteiligten werden Ergebnisse nicht vor Mitte 2019 vorliegen.

Um weitere Erkenntnisse über den Baugrund zu erhalten, wurde von Mai bis Oktober ein umfangreiches Bohrprogramm zur vertiefenden Erkundung des Baugrundes im Bereich des Schadensereignisses der Oströhre des Tunnels durchgeführt. Die Bahn hat zusammen mit der ARGE Tunnel Rastatt auf einer Länge von etwa 300 Metern insgesamt rund 65 Bohrungen vorgenommen. Die Auswertung der Ergebnisse dauert an. Diese Auswertung wird weitere Hinweise über die Ursachen der Havarie liefern.

Von Februar bis Juli 2018 wurde der Betonpfropfen in der Oströhre wieder entfernt. Zusätzlich hat die ARGE Tunnel Rastatt weitere sechs Meter der Betonverfüllung abgebaut, als nächstes wird eine Öffnung durch die Tunneldecke zur Erdoberfläche hergestellt. Diese dient als Rettungsweg aus der Tunnelröhre sowie zur logistischen Versorgung der weiteren Bauarbeiten, zum Beispiel für den Bau der Querschläge im unbeschädigten Tunnelbereich.

Am Tunnelportal in Niederbühl wird an der Tunneleinfahrt bzw. -ausfahrt, der „Grundwasserwanne Süd“, und an der Weströhre des Tunnels gearbeitet. Dort werden aktuell das Tunnelbauwerk in offener Bauweise auf einer Länge von 250 Metern sowie das Sonic Boom Bauwerk (zum Vermeiden des so genannten „Tunnelknalls“) hergestellt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im Herbst 2019 abgeschlossen sein.

Auch am Nordportal in Ötigheim laufen die Arbeiten zur Anbindung der „Grundwasserwanne Nord“ an das Tunnelportal und am Sonic Boom Bauwerk. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im März 2019 abgeschlossen sein.

 

Rückblick

Am 12. August 2017 kam es in Niederbühl im Rahmen der Baumaßnahmen in der Oströhre des Tunnels Rastatt zu einer Verschiebung von Tübbingelementen. Die Tunnelarbeiten mussten eingestellt werden, zur Absicherung wurde die Tunnelröhre mit einem 2.000 Kubikmeter großen Betonpfropfen verschlossen. Dieser trennte den intakten Tunnel vom Schadensbereich ab. Als Schutzmaßnahme hat man außerdem den Tunnel im Schadensbereich auf einer Länge von 160 Metern mit Beton verfüllt. Betroffen war dabei auch die Tunnelvortriebsmaschine „Wilhelmine“. Anschließend haben alle Beteiligten intensiv daran gearbeitet, den Schaden an der Rheintalbahn zu beheben und den Bereich oberhalb der Tunnelröhren dauerhaft zu stabilisieren. Allein für die im Bereich der Rheintalbahn unter den Gleisen eingebrachte Betonplatte wurden rund 540 Tonnen Bewehrungsstahl und 3.000 Tonnen Beton verarbeitet. Am 2. Oktober 2017 konnte der Verkehr auf der Rheintalbahn wieder rollen. Anschließend wurde der Vortrieb der Weströhre fortgesetzt. Nach 3.672 Metern erreichte die Tunnelvortriebsmaschine „Sibylla-Augusta“ Anfang Dezember 2017 den Startschacht vor der Rheintalbahn. Hier steht sie derzeit in Warteposition.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.karlsruhe-basel.de