Stadt Bühl lobt erstmals „Förderpreis Junges Handwerk“ aus


Mehr Aufmerksamkeit und mehr Prestige für regionale Gewerke

v. l.: Claus Preiss (Volksbank), Corina Bergmaier, Lea Braun (Stadt Bühl), Sebastian Böckeler (Böckeler Confiserie), Lutz Jäckel (FDP-Stadtrat) und Oberbürgermeister Hubert Schnurr (Quelle: Stadt Bühl)

Das Preisgeld ist ordentlich, obendrein werden die Gewinner beim Neujahrsempfang 2020 geehrt und in einem Kurzfilm präsentiert: Erstmals lobt die Stadt Bühl den „Förderpreis Junges Handwerk“ aus. „Wir wollen damit unserem Handwerk die notwendige Aufmerksamkeit verschaffen“, sagt Oberbürgermeister Hubert Schnurr. Zugleich soll der Wettbewerb auch ein Zeichen gegen den Fachkräftemangel setzen.

Der OB und die städtische Wirtschaftsförderin Corina Bergmaier wissen aus ihren Betriebsbesuchen nur zu gut, dass auch die Bühler Handwerksbetriebe von der allgemeinen Entwicklung nicht verschont bleiben: Es gibt Schwierigkeiten bei der Besetzung von offenen Stellen, vor allem von Ausbildungsplätzen. Mit dem Förderpreis möchte die Stadt nun einen Anreiz setzen und junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung begeistern. Dabei greift sie einen Vorschlag der FDP-Fraktion auf. Deren Vorsitzender Lutz Jäckel war 35 Jahre lang Zulieferer für Handwerksbetriebe und hatte so „immer das Ohr am Handwerk“.

Der Preis will obendrein die Berufsvielfalt des Handwerks präsentieren und die Bekanntheit der Ausbildungsberufe und -betriebe erhöhen. Sebastian Böckeler als ein Mann vom Fach brach im Pressegespräch eine Lanze für seine Branche: „Das Handwerk bietet viele Chancen, sein Ruf ist schlechter als die tatsächlichen Möglichkeiten.“ Engagierten Nachwuchskräften stünden alle Türen offen. „Das Handwerk endet nicht bei Mindestlohn und Knochenjob“, betonte Böckeler. Er hofft, dass der Preis das Prestige des Handwerks in die Höhe treiben wird.

Die Gesamtdotierung beträgt 6.000 Euro. 3.000 Euro winken dem Gewinner, der zweite Platz wird mit 2.000 Euro, der dritte mit 1.000 Euro versüßt.

Die Preisträger und ihre Ausbildungsbetriebe werden in einem von der Volksbank Bühl gesponserten Kurzfilm beim Neujahrsempfang im Januar 2020 präsentiert und geehrt. Der Volksbank-Vorstandsvorsitzende Claus Preiss bedauerte, „dass nur wenige Abiturienten den Weg ins Handwerk finden“. Dabei gebe es hier die größten Chancen.

Bewerben können sich Handwerker (HWK und IHK), die zum Zeitpunkt ihrer Gesellen- oder Abschlussprüfung das 30. Lebensjahr nicht überschritten haben. Zum Zeitpunkt der Auslobung müssen die Teilnehmer in Bühl wohnen oder in einem Ausbildungs-/Handwerksbetrieb mit Sitz in der Zwetschgenstadt tätig sein. Bewerbungsschluss ist am 15. November.

Die Jury wird gebildet von Hubert Schnurr, Corina Bergmaier, Lutz Jäckel, Steffen Faller (Leiter der Carl-Netter-Realschule), Hans-Jörg Meier (Vorstandsmitglied der Volksbank Bühl), Sandra Krieg (Agentur für Arbeit), Peter Minrath (IHK) sowie einem Vertreter der Handwerkskammer.

Die Bewerbung erfolgt online unter www.buehl-wifoe.de/foerderpreis