Konjunkturumfrage der IHK Karlsruhe im Frühsommer


In rauem Umfeld gut geschlagen

Die regionale Wirtschaft trotzt dem stärker werdenden konjunkturellen Gegenwind bisher erfolgreich. Im Frühsommer 2019 wird die aktuelle Geschäftslage im Branchendurchschnitt auf hohem Niveau ähnlich positiv beurteilt wie zu Jahresbeginn. Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf zeigen sich die Unternehmen mit leichten Abstrichen insgesamt weiter zuversichtlich. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage in einem Wert darstellt, hat sich somit um einen Punkt auf derzeit 135 Punkte verringert. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor gut. Die Personalpläne deuten auf eine Fortsetzung des Beschäftigungsanstiegs hin, auch wenn sich die Unternehmen hinsichtlich Neueinstellungen etwas zurückhaltender zeigen. Angesichts der schwer zu kalkulierenden Entwicklung der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Risiken halten die Unternehmen bei den Investitionsplänen einen vorsichtigen Kurs.

IHK-Präsident Wolfgang Grenke: „Trotz der schwächelnden Weltwirtschaft und bestehenden Dauerbaustellen wie dem ungelösten EU-Austritt Großbritanniens oder den brodelnden Handelskonflikten mit Zöllen und Gegenzöllen, von denen letztlich niemand profitiert, ist die Stimmung in der regionalen Wirtschaft bemerkenswert gut. Das bestätigt einmal mehr die hohe nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen.“ Diese sind laut Grenke insgesamt weiterhin optimistisch, aber nicht mehr ganz so zuversichtlich wie noch vor einigen Monaten. „Gift für die weitere konjunkturelle Entwicklung ist die anhaltende Unsicherheit, was noch alles kommt, ob noch weitere Hürden errichtet werden, die die weltweiten Waren- und Investitionsströme behindern. Infolgedessen überprüfen die Unternehmen ihre Entscheidungen,“ betont Grenke.

 

Lage auf positiv hohem Niveau

Im Frühsommer 2019 wird die aktuelle Geschäftslage ähnlich positiv beurteilt wie zu Jahresbeginn. 57 Prozent der Unter-nehmen berichten von gut laufenden Geschäften (plus zwei Prozentpunkte), 40 Prozent von einer befriedigenden Gesamtsituation. Die negativen Einschätzungen des Geschäftsverlaufes verharren weiterhin bei drei Prozent. Im Branchen-durchschnitt klettert der Geschäftslagesaldo als Differenz der positiven und negativen Lageurteile um einen Punkt auf aktuell 54 Punkte.

Der Blick auf die kommenden zwölf Monate fällt zurückhaltender aus, wird aber weiterhin von den zuversichtlich gestimmten Unternehmen dominiert. 86 Prozent der Betriebe gehen von besseren oder gleichbleibenden Geschäften aus (Jahresbeginn 2019: 89 Prozent). Dabei erhöhte sich der Anteil der Optimisten um zwei Prozentpunkte auf 33 Prozent, der Anteil der Unternehmen mit neutralen Erwartungen fiel um fünf Prozentpunkte auf 53 Prozent. Von elf auf 14 Prozent gestiegen ist der Anteil der Betriebe, die befürchten, dass sich ihre Lage verschlechtern könnte. Hinsichtlich potentieller Geschäftsrisiken bereitet der Fachkräftemangel zwar nach wie vor die meisten Sorgen, wieder stärker in den Fokus gerückt ist jedoch die künftige Nachfrageentwicklung.

 

Weiterhin Bedarf an Arbeitskräften

Bedarf an zusätzlichem Personal ist per Saldo weiterhin vorhanden, auch wenn sich die Unternehmen im Frühsommer 2019 hinsichtlich Neueinstellungen etwas vorsichtiger zeigen. Im Branchendurchschnitt suchen derzeit 23 Prozent der Betriebe zusätzliche Mitarbeiter, zu Jahresbeginn planten dies noch 29 Prozent. Knapp zwei Drittel der Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten an ihrem bisherigen Personalstamm festhalten (Jahresbeginn 2019: 59 Prozent), 13 Prozent (plus ein Prozentpunkt) sehen sich zu einem Stellen-abbau gezwungen.

Angesichts der sich verstärkenden konjunkturellen Risiken hat die Investitionsneigung im Frühsommer 2019 erneut nachgelassen. Der Investitionssaldo liegt aktuell bei knapp sieben Punkten und hat sich damit gegenüber dem Jahresbeginn 2019 halbiert. Nach derzeitigem Planungsstand wollen 30 Prozent der Betriebe im laufenden Jahr mehr investieren, 47 Prozent der Unternehmen möchten die Investitionsausgaben in der nächsten Zeit konstant halten. Von 21 auf 23 Prozent gestiegen ist der Anteil der Unternehmen, die ihr investives Engagement im Inland reduzieren oder gar keine Investitionen tätigen wollen. Weiterhin sehr hohe Bedeutung hat die Ersatzbeschaffung, die aktuell über zwei Drittel der Betriebe als Investitionsmotiv anführen. Mit 39 Prozent ein relativ starkes Gewicht haben zudem Investitionen in Produkt- oder Prozessinnovationen, der Ausbau der Digitalisierung im Unternehmen (37 Prozent) und Rationalisierungsmaßnahmen (34 Prozent). Derzeit etwas an Bedeutung eingebüßt hat die Kapazitätserweiterung (29 Prozent). Umweltschutzmaßnahmen werden auch künftig eher einen kleineren Teil der Investitionen ausmachen (Mehrfachnennungen waren möglich).

Den gesamten Bericht finden Sie hier oder unter www.karlsruhe.ihk.de