art KARLSRUHE mit deutlich gestiegener Reichweite


Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE zog rund 50.000 Kunstsammler und -interessierte in die Karlsruher Messehallen

Der Bedeutungszuwachs der Messe zeigt sich insbesondere in der gestiegenen Teilnahme internationaler Galerien und den längeren Anreisewegen, vor allem der Erstbesucher. (Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner)

Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE zog rund 50.000 Kunstsammler und -interessierte in die Karlsruher Messehallen. (Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner)

Skulpturenplatz von kunsthandel Osper zeigt Werke von hannes Helmke. (Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner)

Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE zog rund 50.000 Kunstsammler und -interessierte in die Karlsruher Messehallen. Vom 13. bis 16. Februar wurden die Hallen zum Schau- und Marktplatz für Kunst aus einer Spanne von über 120 Jahren. 210 national und international renommierte Galerien aus 15 Ländern präsentierten ihr Programm – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst. Der Bedeutungszuwachs der Messe zeigt sich insbesondere in der gestiegenen Teilnahme internationaler Galerien und den längeren Anreisewegen, vor allem der Erstbesucher. Viele Aussteller loben das gute Geschäft mit neuen Sammlern.

Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe, erklärt den konzeptionellen Ansatz der Kunstmesse: „In Karlsruhe wird aus Leidenschaft zur Kunst gekauft. Unsere gleichbleibend hohen Besucherzahlen und die große Zufriedenheit der Besucher und Aussteller bekräftigen unser Konzept. Wir sehen uns als die vielleicht demokratischste Kunstmesse: Die art KARLSRUHE versteht es trefflich, einen Bogen zu spannen zwischen arrivierter Kunst und künstlerisch wertvollen Positionen, über die Menschen den Weg zum Sammeln finden.“ Passend dazu würdigte die Messe die Druckgrafik in diesem Jahr mit der Präsentation der Sammlung Stiftung Hans-Peter Haas, dem bedeutendsten Siebdrucker Deutschlands, die große Resonanz erfuhr.

Einen wichtigen Fokus legt die art KARLSRUHE traditionsgemäß auf die Skulptur und deren Zusammenspiel mit den anderen gezeigten Gattungen der bildenden Kunst. Kurator Ewald Karl Schrade zur Gestaltung der diesjährigen Messe: „Ich freue mich, dass wir mit unserem Konzept so erfolgreich sind. Wir haben dieses Jahr noch besser sortiert, was unsere Hallenschwerpunkte betrifft, und gleichzeitig ein harmonisches Messebild geschaffen – insbesondere durch das Zusammenspiel von zweidimensionaler Kunst und der Skulptur.“ Die traditionellen, raumgebenden zwanzig Skulpturenplätze wurden flankiert von einem Skulpturengarten im Atrium – unterstützt von der Vollack Gruppe. Die art KARLSRUHE hat außerdem zum dritten Mal den Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank vergeben. Dieser ging an den Künstler Gary Schlingheider und an die Galerie Burster (Berlin, Karlsruhe).

Für die Galerie Ludorff (Düsseldorf) verlief die diesjährige art KARLSRUHE sehr erfolgreich. Manuel Ludorff: „Wir haben zwei sehr große Objekte verkauft, worüber wir sehr glücklich sind – ein großes Bild von Karin Kneffel für 180.000 Euro und von August Macke ein Aquarell für 550.000 Euro. Das sind natürlich echte Highlights, die man nicht jeden Tag verkauft. Hier trifft man eben auf Sammler, die auch Objekte in diesen Dimensionen erwerben.“ Auch der Kunsthandel Osper (Köln) freut sich über gute Verkäufe während des gesamten Messeverlaufs. Knut Osper: „Wir hatten das Glück, dass wir in den ersten zwei Stunden das teuerste Bild verkauft haben – einen Gerhard Richter für 850.000 Euro. Danach lief auch noch einiges und auch an den letzten Tagen haben wir nochmal gut verkauft.“ Sechsstellige Verkäufe im Bereich der Klassischen Moderne verzeichnet auch Thole Rotermund Kunsthandel (Hamburg).

Kirsten Floss von der Galerie Floss und Schulz (Köln) lobt insbesondere das Publikum: „Unsere Sorge ist, dass unsere Sammlerschaft veraltet. Deshalb ist es schön zu sehen, dass dieses Jahr 30- bis 40-Jährige mit Budget durch die Hallen laufen, die auch kaufen wollen. Wir haben viele eingehende Gespräche geführt, es gibt ein großes Interesse und auch neue Kunden. Wir haben bewusst auf Anbahnung gesetzt und unsere Erwartungen wurden erfüllt.“ Auch die Galerie Feldbusch, Wiesner und Rudolph (Berlin) sind mit ihrer Erstteilnahme an der art KARLSRUHE sehr zufrieden. Andreas Wiesner: „Wir haben nur an Neukunden verkauft, das ist für uns sehr wichtig. Wir hatten sehr gute Resonanz auf unsere Präsentation und werden auch wiederkommen.“

Kirsten Eggers von der Galerie König: „Wir freuen uns unglaublich, dass wir mit Annette Kelms Einzelpräsentation den art KARLSRUHE Preis für die beste One-Artist-Show gewonnen haben. Und insbesondere darüber, dass dieser Preis mit einem Museumsankauf verbunden ist. Wir haben viele unserer Sammler hier getroffen und haben außerdem zwei Arbeiten von Annette Kelm und Peter Dreher verkauft.“

Neuzugang Gad Edery von der Galerie Gadcollection aus Paris: „Dies ist meine erste Messe in Deutschland, ich sehe eine Menge toller Kunst hier, wir befinden uns in guter Umgebung und, ich muss sagen, das deutsche Publikum ist sehr an hochklassiger Fotografie interessiert. Wir konnten Einiges an Neukunden verkaufen und ein neues Publikum erreichen. Menschen aus ganz Deutschland, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und sogar aus Argentinien kamen zu unserem Stand.“

Starke weibliche Positionen in den Hallen und auf dem Podium

Viele Galerien brachten dieses Jahr bekannte Künstlerinnen mit nach Karlsruhe. Kunsthandel Dr. Nöth zeigte Werke von Lotte Laserstein, Galerie Friese aus Berlin hängte Arbeiten von Franziska Holstein. Galerie Cyprian Brenner stellte mit der Nadel gefilzte Skulpturen von Stefanie Ehrenfried aus. Die Werke von Helga Schmidhuber wurden mit dem Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift gewürdigt, der bereits das dreizehnte Mal auf der Messe vergeben wurde.

Auch die Talks auf der art KARLSRUHE rückten Frauen im Kunstmarkt stärker in den Fokus. Im SWR 2 Talk beschrieb Karin Kneffel ihren Weg zur Kunst: „Ich glaube schon, dass es schwieriger ist, sich als Frau durchzusetzen. Ich hatte einen Glauben an die Malerei und kam dann in die Klasse von Richter – dort hat man alles in Frage gestellt. Ich wollte einen offenen Blick auf die Welt haben und habe mir deshalb die von außen an mich herangetragenen Verbote nicht zu Eigen gemacht.“ Bildhauerin Vera Röhm diskutierte im ARTIMA art meeting über die Rolle der Kunst insbesondere für heutige, gesellschaftliche Diskurse: „Künstlerinnen und Künstler haben zweifelsohne eine besondere Verantwortung. Wir haben die Verantwortung, Werke zu machen, die eine Interpretation dieser Welt liefern und den Menschen die Möglichkeit geben, eine andere Sichtweise anzunehmen.“

In Karlsruhe besteht ein agiler Kontakt zwischen der Messe und der Stadt; ein Kulturdialog, der während der art KARLSRUHE jährlich einen Höhepunkt erreicht. Die Verleihung des Titels UNESCO City of Media Arts an die Stadt Karlsruhe Ende 2019 bestätigt das Engagement von Messe und Stadt für die Kunst. Über die Auszeichnung und die Bedeutung der Medienkunst sprach Christiane Riedel, Geschäftsführerin des ZKM (Zentrum für Kunst und Medien), in den Monopol Talks: „Das ZKM will der Prado der Medienkunst werden, damit die Menschen auch in 500 Jahren von unserer Expertise profitieren können. Das ZKM ist für die Zukunft gegründet: Wir transportieren die Vergangenheit in die Zukunft.“

Die nächste art KARLSRUHE findet vom 25. bis 28. Februar 2021 in der Messe Karlsruhe statt.

Weitere Informationen unter: www.art-karlsruhe.de