„Meilersteine“ der Energiewende


Nachruf auf 65.000 Tonnen Beton

„Als bislang weithin sichtbares Symbol für die konventionelle Energieerzeugung könnte ihr abruptes Ende zu einer unsichtbaren Wegmarke der Energiewende werden, als verschwundene Meilersteine sozusagen“, meint Gerd Hager im Blick auf die bevor-stehende Sprengung der beiden Kühltürme des Kernkraftwerkes Philippsburg. „Mit einem Schlag wird unsere Region vom Energieexporteur zum Energieimporteur. Auf Dauer konnte die Atomkraft ihre Verheißung als kostengünstiger und sicherer Stromlieferant nicht einlösen. Am Ende hat sie die fehlende Akzeptanz der von ihr ausgehenden Risiken zu Fall gebracht“, so der Direktor des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein.

Damit verweist er gleichzeitig auf die künftige Nutzung des Kraftwerkareals als wichtige „regionale Drehscheibe für die Stromversorgung“. Denn durch die Abschaltung der Reaktoren sei die Region auf lange Sicht auf den Stromimport angewiesen. Die in erster Linie aus dem Norden importierte Energie müsse künftig am Standort Philippsburg umgewandelt werden. Ein Konverter wird dort die länderübergreifenden Gleichstromtrassen mit dem regionalen Wechselstromnetz verknüpfen. Noch fehlen wesentliche Voraussetzungen der Energiewende, so der Regionalverband. Die Leitungen von Emden via Osterath in unsere Region seien noch in den Zulassungsverfahren. „Für den wirtschaftsstarken Oberrheinraum werden eine sichere Grundlast und eine verlässliche Netzstabilität zentrale Standortvoraussetzungen bleiben. Wenn der Lärm der Explosionen verklungen ist, müssen wir die Arbeit an der Energiewende fortsetzen“, so Hager. Bei der Suche nach einem Platz für den Konverter waren wir bereits erfolgreich.

In Zukunft würden Betrachter bei ihrem Blick in die Rheinebene auf die Boten der Windkraft und der Solarenergie stoßen. Bisher waren die beiden Kühltürme in Philippsburg Landmarken im Rheintal. Kein Spaziergänger in der Vorbergzone konnte sie übersehen. Bereits Goethe faszinierte die Blickperspektive von den Höhen in das Flusstal; allerdings ruhten seine Augen noch auf dem Straßburger Münster als Orientierungspunkt.

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