Ein agiles Unternehmen braucht agile Mitarbeiter


Erfolgreiches erstes Netzwerkfrühstück des Arbeitgeberforums „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ am 17. Juli im Technologiepark Karlsruhe

„Menschenment“ statt Management: Diesen Begriff brachte Andreas Schnabel, Leiter des Kolping Bildungszentrums, beim ersten Arbeitgeberforums-Frühstück im Technologiepark ins Spiel.

Der Begriff passt gut zu den agilen familienbewussten Unternehmen des digitalen Zeitalters. Emotionale Bindung, Kommunikation und Transparenz sind nach Ansicht der Forumsmitglieder, die das Frühstück zum Austausch über das Jahresthema „Unternehmenskultur“ nutzten, die modernen Zauberworte.
Viele nannten allerdings ein Problem, das trotz oder gerade wegen der neuen Flexibilität auftrete: Die Toleranz unter den Mitarbeitern.

Nicht alle wollen und schätzen die neuen Freiräume. Umso wichtiger sei es, sich im Team abzusprechen und auch die kinderlosen Mitarbeiter für das neue Arbeiten zu gewinnen. Ein agiles Unternehmen braucht agile Mitarbeiter.

Das passende Erziehungskonzept lieferte Matthias Weegmann, Geschäftsführer der Konzept-e für Bildung und Soziales GmbH, die KITA und Bildungshaus Technido im Technologiepark betreiben, zu dem seit kurzem auch eine Gemeinschaftsschule gehört. Wie man den Mitarbeiter und die Führungskraft der Zukunft formt, dazu hatte der Diplom-Pädagoge seine ganz eigenen Vorstellungen. „Jede Gesellschaft schafft sich ihre Schule“, erklärte Weegmann. „Wir haben versucht, eine Schule für das Zeitalter der Digitalisierung zu etablieren.“ Das Konzept: Von der Kita bis zum Schulabschluss bleiben die Kinder an einem Ort und werden kontinuierlich in ihrer Kreativität und Individualität gefördert, ganz nach dem Credo von Konzept-e „Vielfältig statt gleich“.

Schon im Kindergarten gibt es Werkstätten, Labors und Kinderkonferenzen. Die Berufsorientierung startet früh ebenso wie die Erziehung zu Reife und selbstständigem Denken. In der Schule ist Programmieren ein Hauptfach, MINT ein Schwerpunkt und auch bilinguales Lernen soll nicht zu kurz kommen. Daneben gibt es einen Schulkanzler und ein Schulparlament. Ganz besonders wichtig ist Weegmann aber auch die passgenaue Förderung je nach Interesse und Leistungsstand des Kindes.

In der kostenpflichtigen Schule hat ein Lehrer im Schnitt zehn Kinder zu betreuen. Zur Entlastung berufstätiger Eltern gibt es nur 23 Schließtage, einen integrierten Hort und Vollverpflegung. Manchmal, so erzählt Weegmann, üben die Schüler aber auch „normale Schule“ mit einer Lehrkraft vor der Tafel, die ihnen allen gleichzeitig das gleiche beibringt. Und haben ihren Spaß dabei.

Das Arbeitgeberforum „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ der TechnologieRegion Karlsruhe wird organisiert vom Karlsruher Bündnis für Familie, der Agentur für Arbeit, der IHK und der Handwerkskammer.