Neu-/Ausbau Schienenkorridor Mannheim-Karlsruhe


Planungsausschuss zwischen Zuversicht und Unbehagen

Obwohl weiter hinten auf der Agenda angesiedelt, sorgte das Thema für große Resonanz im Planungsausschuss des Regionalverbandes, am 14. Oktober in der Ettlinger Stadthalle tagte. Die Rede ist
von den Plänen der Deutschen Bahn für die Kapazitätserweiterung der Schieneninfrastruktur zwischen Mannheim und Karlsruhe. Der Start der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für das Vorhaben ist bekanntlich in vier Wochen am 12. November.

„Inhaltlich können wir zufrieden sein, was den großräumigen Untersuchungsraum und die ergebnisoffene Herangehensweise für das Verfahren anbelangt. Das haben wir als Region immer gefordert und kann deshalb als Erfolg verbucht werden. Unglücklich ist jedoch das Verfahren zum Auftakt der Öffentlichkeitsbeteiligung der Bahn, das nicht mit den Regionen rückgekoppelt war“, eröffnete der Verbandsvorsitzende Landrat Dr. Christoph Schnaudigel die Diskussion. Ursprünglich sei noch nicht einmal vorgesehen gewesen, dass die Region in der Auftaktveranstaltung zu Wort kommt. Das werde jetzt jedoch über eine Videobotschaft der Fall sein, zumal die ganze Veranstaltung online stattfinde. „Wir werden uns auf jeden Fall in der nächsten gemeinsamen Sitzung mit unserem Nachbarverband Rhein- Neckar aus erster Hand vom Regierungspräsidium Karlsruhe informieren lassen, das für das vorgesehene Raumordnungsverfahren zuständig sein wird“, ergänzte Schnaudigel. Auf Nachfrage aus dem Plenum ergänzte Verbandsdirektor Gerd Hager, dass die Region darauf dringen werde, auch die französischen Partner als Gäste einzuladen und zu informieren. Nächstes Jahr seien drei weitere Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geplant.

Eine Frage aus der Runde bezog sich auf den Arbeitsstand der so genannten Knotenstudie Mannheim. In einem Treffen mit Bahnvertretern Anfang der Woche wurde signalisiert, dass die Ergebnisse der Studie in die breit angelegte Variantenprüfung des nun anlaufenden Verfahrens eingespeist werden, gab Hager bekannt. Weitere Ausführungen im Zusammenhang mit der Kapazitätserweiterung der Schieneninfrastruktur betrafen den Bereich südlich von Karlsruhe. Konkret ging es um den Bau eines vierten Gleises zwischen Karlsruhe und Durmersheim. „Wenn künftig mehr Verkehr auf die Schiene kommt, dann darf die Betriebsqualität des schienengebundenen Personennahverkehr nicht geschwächt werden“, erklärte Hager und ergänzte „diese zusätzlich Maßnahme trägt der Bund jedoch nicht.“ Derzeit werde für eine Machbarkeitsstudie eine Finanzierung erarbeitet. Das Land würde nach derzeitigem Stand die Hälfte der Kosten tragen. Der Restbetrag müsste von den kommunalen Partnern, der Verkehrsgesellschaft und vom Regionalverband aufgebracht werden. „Wir sind als Regionalverband bereit, unseren Beitrag zu leisten und in den Haushalt einzubringen“, blickte Hager nach vorn.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.region-karlsruhe.de