IT-TRANS überzeugt mit digitalem Auftritt


Digitale Plattform ermöglicht länder- und zeitzonenübergreifende Debatte zur Zukunft des öffentlichen Personenverkehrs

IT TRANS digital - Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe begrüßt die Zuschauer (Bild: Jürgen Rösner)

TRK-Geschäftsführer Jochen Ehlgötz während des Market Update Forums (Quelle: TRK)

Die IT-TRANS bedient zum siebten Mal als weltweit führende Konferenz und Fachmesse das Zukunftsthema digital verknüpfter urbaner Mobilität. Aufgrund der Corona-Pandemie vereinte das globale Branchentreffen vom 1. bis 3. Dezember erstmals rein digital 1.750 Experten aus 60 Ländern auf einer interaktiven Event-Plattform. Vertreten waren Teilnehmer aus allen Kontinenten, die sich rege zu aktuellen Herausforderungen innerhalb der Branche austauschten und ihr Netzwerk ausbauten.

Die Pandemie hat die Implementierung neuer Technologien beschleunigt und gleichzeitig verdeutlicht, wie wichtig die Digitalisierung des öffentlichen Personenverkehrs ist. „Internationale IT- und Mobilitätsexperten fanden sich anlässlich der IT-TRANS zusammen, um gemeinsam über die Zukunft urbaner Mobilität zu debattieren. Eine Plattform, die gerade in dieser unsicheren Zeit, in der vor allem der öffentliche Personenverkehr von großen Umbrüchen geprägt ist, von großer Bedeutung ist. Es wurde geplant und diskutiert, wie Prozesse mithilfe smarter Software optimiert, Fahrgasterlebnisse verbessert und gerade in Zeiten der Pandemie Vertrauen geschafft und eine sichere Nutzung geboten werden kann“, konstatiert Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe, welche die IT-TRANS gemeinsam mit dem Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen (UITP) veranstaltet.

„Wir sind dankbar, dass die IT-TRANS Community die digitale Ausgabe so fantastisch angenommen hat. Diesen Handels- und Informationsplatz für die Branche haben wir dank unserem großen Branchennetzwerk sowie unserer Kompetenz als Veranstalter von realen als auch digitalen Events gepaart mit dem tiefen Branchenwissen der UITP als weltweiter Repräsentant urbaner Mobilität geschaffen. Die 13.600 versendeten Chatnachrichten auf unserer Plattform, die erhebliche Anzahl an Vier-Augen-Gespräche per Videoanruf sowie die Tatsache, dass jeder Teilnehmer insgesamt durchschnittlich an vier Sessions teilnahm belegen deutlich, wie groß der Bedarf an Information und Austausch war“, erläutert Britta Wirtz. „Das Feedback aller Akteure und deren Vorfreude auf 2022 zeigen, dass das persönliche Erleben in unseren Messehallen im IT-Hub Karlsruhe unersetzbar ist.“

Diskussionen zum Weg aus der Corona-Krise

„In diesem Jahr haben wir viele Veränderungen erlebt, wenn es darum geht, wie wir uns miteinander vernetzen und Informationen austauschen. COVID-19 hat zudem die Art und Weise verändert, wie Veranstaltungen abgehalten werden und wie wir das Geschehen im öffentlichen Personenverkehr bewerten“, sagt Pere Calvet, Präsident der UITP. „Was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass der Sektor uns braucht, um die notwendigen Gespräche fortzusetzen und um die städtische Mobilität voranzubringen. Mit der Umwandlung in eine digitale Ausgabe hat die IT-TRANS eine Plattform dafür geboten. Es war mir ein Vergnügen, zu den Zuhörern zu sprechen und zu sehen, wie Experten zusammenkommen, um darüber nachzudenken, was die Digitalisierung jetzt und in Zukunft für den öffentlichen Verkehr bedeutet.“

Die Konferenz-Sessions, welche live gestreamt wurden, widmeten sich Themen wie mobilem Ticketing, Künstlicher Intelligenz und Internet der Dinge (IoT), Autonomem Fahren, On-Demand und Shared Mobility, Mobility-as-a-Service (MaaS), Datenmanagement sowie intelligentem städtischen Verkehrsmanagement. Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen war COVID-19 und die Frage, wie der öffentliche Personenverkehr gestärkt und mithilfe intelligenter Technologien aus dieser Krise kommen kann. Die UITP gestaltete das mit anerkannten Fachleuten besetzte Konferenzprogramm.

ner der 150 Referenten war Michael Pellot, Director of Corporate Reputation at Transports Metropolitans de Barcelona: „Ich nehme seit der Gründung der IT-TRANS im Jahr 2008 fast ununterbrochen teil, da sie ein internationaler Pflichttermin ist, wenn es um Informationstechnologien für Mobilität und öffentlichen Personenverkehr geht. Obwohl wir uns dieses Jahr leider nicht persönlich treffen konnten, ist die von den Organisatoren gewählte technologische Lösung recht umfangreich und erlaubt es uns, die meisten Ziele der Veranstaltung zu erreichen. Mein Eindruck ist, dass alles auf einem bemerkenswerten Niveau funktioniert hat. Ich hoffe jedoch, dass wir uns bei der nächsten Ausgabe wieder persönlich treffen können.“

In 29 Market Update Foren und 45 virtuellen Roundtables präsentierten die 250 teilnehmenden Firmen, Start-ups und Institutionen per Video ihre intelligenten Lösungen und tauschten sich in Kleingruppen über Best-Practice-Beispiele in Städten rund um den Globus aus. „Herzlichen Glückwunsch an die IT-TRANS für die perfekte Organisation dieser Veranstaltung in diesen schwierigen und herausfordernden Zeiten. Obwohl der direkte Kontakt nicht durch eine, im Übrigen sehr gut funktionierende, Online-Plattform ersetzt werden kann, war die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, uns zu präsentieren, viel zu lernen und einige gute Kontakte zu knüpfen“, bilanziert Werner Kutil, Business Development des französischen Anbieters Cityway. „Cityway freut sich auf eine erfolgreiche und langfristige künftige Partnerschaft mit der IT-TRANS.“

Die Konferenz-Session „Public Transport 2035: Digitalisation leading the way“ richtete ihren Blick auf die urbane Mobilität in 15 Jahren. Die gemeinsame Vision der Referenten: Im Jahr 2035 wird es weiterhin Fortbewegungsmittel mit großen Kapazitäten geben, gleichzeitig werden on-demand Angebote ihren Platz im Markt finden. Es wird mit neuen Einnahmequellen experimentiert, an der Verbesserung des Kundenerlebnisses und der optimalen Nutzung der Fahrtzeit gearbeitet. Konzepte wie Mobility-as-a-Service werden weiterhin als Leitgröße angesehen. Essentiell ist deshalb, dass die verschiedenen Mobilitätsangebote noch stärker nahtlos miteinander verknüpft sind. Das wird den Individualverkehr reduzieren und die Menschen davon abhalten, für jede Fahrt ihr eigenes Auto zu nutzen und somit zur Erreichung der Klimaziele beitragen, prognostizierten die fünf Referenten.

Außerdem wiesen die Experten aus Großbritannien, Belgien, Deutschland sowie Los Angeles und New York darauf hin, dass die zunehmende Digitalisierung des Sektors zu einem exponentiellen Datenwachstum führt, was Datenschutz und Cybersicherheit Teil der Diskussion werden lässt. Zudem beschäftigt die Branche auch künftig weiterhin die flächendeckende Einführung zentraler Bezahlsysteme und die Stärkung von Vertrauen und Loyalität bei den Passagieren, gerade mit Blick auf die Digitalisierung des öffentlichen Personenverkehrs.

Gemeinsame Gesprächsrunden aller Teilnehmer bei After Fair

Parallel zur IT-TRANS fand die Taxi & Ride-hailing Conference, ebenfalls als Digital-Event, statt. Die UITP hatte diese zuvor in Dubai und London veranstaltet, bevor sie nun erstmals gemeinsam mit der Messe Karlsruhe ausgerichtet wurde. Beide Expertenkreise trafen sich im Format After Fair nach Ende des jeweiligen Konferenz- und Vortragsprogramms zum Netzwerken und Diskutieren. Søren Sørensen, Smart Mobility Facilitator und MaaS-Botschafter, SFMCON ApS, Dänemark, eröffnete eine Diskussionsrunde in der After Fair: „Ich habe ein informelles virtuelles Get-Together im Format After Fair moderiert, bei dem es darum ging, wie man eine kritische Masse für MaaS schaffen kann: gute Teilnahme und inspirierender Input von allen Teilnehmern. Eine digitale Konferenz kann jedoch nicht die gesamte Erfahrung des physischen Events vermitteln. Ich freue mich darauf, 2022 wieder nach Karlsruhe zu reisen.“

Projektleiter Jochen Georg resümiert: „Wir sind dankbar, wie flexibel unsere Aussteller, Besucher und Partner diesen Weg mit uns gegangen sind und freuen uns gleichzeitig bereits, die IT-TRANS vom 8. bis 10. März 2022 wieder als Live-Event mit digitalen Komponenten in der Messe Karlsruhe stattfinden zu lassen. Die Planungen dafür haben gemeinsam mit unseren Ausstellern bereits begonnen.“

Weitere Informationen und Impressionen finden Sie unter www.it-trans.org