MINT-Woche: Welcome Center-Veranstaltung beim EIFER-Institut


Im Rahmen der MINT-Woche fand am 25.06.2019 die Veranstaltung „Chancen für internationale Frauen im MINT-Bereich“ statt

Quelle: Welcome Center TRK

Quelle: Welcome Center TRK

Quelle: Welcome Center TRK

Veranstaltungsort und Mitveranstalter war das europäische Forschungsinstitut für Energie und Umwelt (EIFER), welches zur Hälfte mit internationalen Fachkräften besetzt ist somit perfekt zum Kontext passt. Darüber hinaus gab es Informationen zu Qualifizierungsangeboten für internationale MINT-Frauen, Erfahrungsberichte von MINT-Fachfrauen des EIFER und die Besichtigung der smart city labs.

In ihrer Kurzvorstellung des EIFER-Instituts kam Prof. Dr. Nurten Avci auch darauf zu sprechen, dass Diversity als Wert im Institut gelebt wird. Filomena Hanhörster gab in ihrer Präsentation einen Überblick über das Serviceangebot sowie über geplante Angebote und Veranstaltungen des vor einem Jahr gegründeten Welcome Center: Um dem Anspruch in der gesamten Region tätig zu sein gerecht zu werden, wird das Welcome Center ab September seinen Beratungsservice auch einmal im Monat im Digitalisierungszentrum „HubWerk01“ in Bruchsal anbieten. „Unsere Kunden und Kundinnen kommen aus aller Welt und haben unterschiedlichste Fragen – z.B. zum Thema Familiennachzug, Formulierungen im Anschreiben und Fördermöglichkeiten für Deutschkurse.“

Michaelle Nintcheu, Researcher im Bereich Zuwanderung, Bildung und Innovation, stellte das Projekt „Make it in Germany“ vor und führte die Teilnehmerinnen durch den Dschungel der aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen. In ihrer Präsentation lieferte die gebürtige Kamerunerin eine Übersicht zu den Hauptherkunftsländern zugewanderter MINT-AkademikerInnen und stellte den Erfahrungsbericht einer türkischen Biologin vor.

Das BEN Europe Institute - vertreten durch Maria Schwenke – präsentierte das Projekt „InterprofTech“: ein Qualifizierungsangebot für internationale Fachkräfte im MINT-Bereich (bzw. STEM-Bereich – Science, Technology, Engineering and Mathematics). Praktisch ist, dass die TeilnehmerInnen die einjährige Qualifizierung größtenteils von zu Hause aus absolvieren können – daher gibt es auch TeilnehmerInnen aus Konstanz. Seit dem Start des Projekts in 2013 sind schon viele Erfolge zu verzeichnen: Testimonials ehemaliger Teilnehmerinnen schilderten eindrücklich, wie ihnen das Team von BEN Europe dabei geholfen hat, eine Anstellung passend zu ihren Qualifikationen zu finden – z.B. als Bauingenieurin in der Stadtplanung.

„Das EIFER-Institut bietet eine tolle Arbeitsumgebung für Frauen“

In der darauffolgenden Gesprächsrunde teilten drei Fachfrauen des EIFER-Instituts ihre Erfahrungen als Frau in der MINT-Branche mit: “Wir Frauen unterschätzen die Komplexität kleiner Machtspiele im Alltag – wenn man sich derer nicht bewusst ist, verliert man als Frau den Respekt der Kollegen.“ Sexistische Kommentare in Meetings waren ebenso Thema wie eingefahrene Strukturen: „Männliche Kollegen erwarten von Frauen, dass sie nett und fürsorglich sind.“ Frauen würden hingegen oft unreflektiert gewisse Verhaltensweisen männlicher Kollegen hinnehmen. Eine Projektmanagerin berichtet, als Frau müsse sie jeden Tag beweisen, dass sie die Stelle verdient hat. Wie gehen sie damit um, wenn sie als Frauen nicht ernst genommen werden oder bevormundet behandelt werden? – „Man muss das höchstmögliche Selbstbewusstsein entwickeln“. Allerdings fügt eine Teilnehmerin der Gesprächsrunde hinzu: „Oft war die weibliche Identität nicht unbedingt der Grund für fehlende Wertschätzung im Team, sondern z.B. das junge Alter – es zeigt uns, dass Identität multidimensional ist – ein bestimmtes Verhalten ist nicht unbedingt nur auf eine Eigenschaft (Alter, Geschlecht, Herkunft) zurückzuführen.“ Warum gibt es aus Sicht der Teilnehmerinnen immer noch so wenig Frauen im MINT-Bereich? „Es fängt schon in der Schule an: wir müssen uns von den Grenzen in unseren Köpfen befreien, um das volle Potential von Mädchen und jungen Frauen zu entfalten.“

Innovationen im Bereich smart cities

Im Anschluss führte das EIFER-Team durch die smart city labs bestehend aus co-working space, einem show room und einem Kreativraum. Hier werden urbane und geografische Analysen anhand von Simulationen durchgeführt: „Wir schauen uns Probleme in Städten an und entwickeln mithilfe von Planungstools Lösungen für Metropolen weltweit – Berlin, Lyon, Singapur.“

Unter den Teilnehmerinnen des Events waren internationale Schülerinnen, Berufstätige und Absolventinnen der Studienrichtungen IT, Physik und Zellbiologie sowie Referentinnen aus Frankreich, den Philippinen und Kamerun. Höchstwahrscheinlich wird die MINT-Woche im kommenden Jahr erneut stattfinden – das Welcome Center wird auch gerne 2020 mit einer interessanten Veranstaltung mitwirken.