Interregionale Allianz für den Rhein-Alpen-Korridor ins Leben gerufen

Stadt und TechnologieRegion Karlsruhe zählen zu den zehn Gründungsmitgliedern


Als konstruktive Verkörperung des seit Jahrhunderten entscheidenden und heute Europas wirtschaftsstärkste Regionen verbindenden Raumes zwischen Rotterdam und Genau hat sich am Freitag, 24. April, in Mannheim die "Interregionale Allianz für den Rhein-Alpen Korridor" gegründet. Zu den zehn Gründungsmitgliedern aus den Niederlanden und Deutschland zählen die Stadt Karlsruhe und die TechnologieRegion Karlsruhe. Als deren Repräsentant hat der Karlsruher Stadtrat Tom Høyem eine die Kooperation besiegelnde Übereinkunft mit unterzeichnet.

Dieser institutionalisierenden Neugründung ging das EU-geförderte strategische Projekt "Corridor 24 Development Rotterdam-Genoa (CODE24)" voraus. Es startete vor fünf Jahren mit dem Ersten Internationalen Korridorkongress - ebenfalls in Mannheim. Dies war der Beginn einer sehr erfolgreichen, bewusst von der regionalen und kommunalen Ebene initiierten Zusammenarbeit. Der Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) hatte die Trägerschaft dieses Projekts übernommen, das von Seiten der EU mit 3,8 Millionen Euro unterstützt und als Strategische Initiative anerkannt wurde. Beteiligt waren 18 Partner aus den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, Italien und Deutschland. Auch jetzt gibt es Gespräche, den Gründungsverbund der Interregionalen Allianz zu erweitern.

 

EVTZ als solides Fundament

Es war immer das Ziel von CODE24, die bewährte Partnerschaft des befristeten Projekts keineswegs zerbrechen zu lassen, sondern vielmehr in geeigneter Form aufrechtzuerhalten und fortzuführen. Diese Kooperation sollte aber auf einem rechtlich soliden Fundament stehen. Darum haben die Partner beschlossen, eine noch relativ neue Rechtsform zu nutzen, die EU-weit Gültigkeit hat: der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ). Dieser Weg betont den aus Sicht aller Beteiligten wegweisenden europäischen Kooperationscharakter. Der EVTZ soll die enge Abstimmung seiner Mitglieder nachhaltig im Sinne der involvierten Regionen und Kommunen sicherstellen. Seine Geschäftsstelle wird beim VRRN in Mannheim angesiedelt sein.

Entlang der offiziell als Rhein-Alpen-Korridor bezeichneten Nord-Süd-Achse leben rund 70 Millionen Menschen. Sie verbindet über das holländische Rotterdam und das oberitalienische Genua diese zwei und weit mehr Städte, die sich seit jeher über Handel und Häfen definieren, sie verbindet Nordsee und Mittelmeer. Aber der so gezeichnete, gewachsene und noch immer großes Potenzial birgende zentrale Wirtschafts- und Lebensraum ist mehr als nur eine europäische Transportachse. Es geht daher auch um mehr als die Schlüsselfrage der Schieneninfrastruktur, die künftig noch deutlich optimiert werden soll. Elementares Stichwort in diesem Zusammenhang ist auch die Magistrale für Europa, ein Paris und Budapest über Karlsruhe verbindender Bahnkorridor. Dem EVTZ geht es auch um die Gestaltung dieses Lebensraums, der entlang einer Strecke von rund 1.300 Kilometern durch dicht besiedelte Gebiete verläuft, sensible Naturlandschaften berührt, dessen zukünftige Entwicklung behutsam und gemeinsam geplant werden muss.

 

Mehr Effizienz, aber auch mehr Lebensqualität

Die bereits im Projekt CODE24 entwickelte Strategie zur Entwicklung des multimodalen Korridors, die dabei gewonnenen Erkenntnisse und die gemeinsam definierten Handlungsempfehlungen sollen nun mit vereinten Kräften umgesetzt werden. Dabei wird vor allem auf die bessere und effizientere Nutzung vorhandener Infrastruktur sowie letztlich den Ausbau der Transportkapazitäten für Personen und Güter geachtet. Gleichzeitig soll durch geeignete Maßnahmen – etwa beim Lärmschutz – die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner gesteigert werden.

Primäre Aufgabe und erklärtes Ziel ist es, mindestens ein von der EU gefördertes Folgeprojekt zu beantragen. Hierzu gibt es schon erste Ideen, die an den Ergebnissen von CODE24 ansetzen. Weiterhin möchte der EVTZ mit Sitz und Stimme im Rhein-Alpen Korridorforum der EU vertreten sein.

Übergeordnet strebt die Interregionale Allianz eine Vereinigung und Bündelung der gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder gegenüber nationalen, europäischen und für Infrastruktur zuständigen Institutionen an. Ferner geht es unter anderem um die Nutzung gemeinsamer beziehungsweise zur Verfügung gestellter Finanzmittel für korridorbezogene Aktivitäten und Projekte, die Bereitstellung einer zentralen Plattform für wechselseitigen, steten Informations- und Erfahrungsaustausch sowie eine verbesserte öffentliche Erkennbarkeit und Wahrnehmung des Korridors.

 

Weitere Informationen unter:

egtc-rhine-alpine.eu