Schonende, präzise, günstige Brustkrebsfrüherkennung per 3D-Ultraschall-CT prämiert

TRK zeichnet Dr. Nicole Ruiter vom KIT mit dem NEO2015 aus / Grönemeyer würdigt „innovativste Region“

Der NEO2015 - Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) - geht an Dr. Nicole Ruiter vom Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und kürt so eine ebenso schonende wie präzise und zudem günstige Methode der Brustkrebsfrüherkennung durch 3D-Ultraschall-Computertomografie. Verliehen wurde die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung am 13. Oktober als Höhepunkt einer vom SWR als Kooperationspartner moderierten und unterhaltsam mitgestalteten Feierstunde bei der Biologische Heilmittel Heel GmbH in Baden-Baden. Deren CEO Ralph Schmidt gab sich zur Begrüßung „stolz, als Gastgeber fungieren zu dürfen. Innovation und Gesundheit – beides passt gut zu Heel.“ Der Vorsitzende der TRK, Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, stimmte dem zu und hob die Wirkkraft der „auf den Weg gebrachten, zur technologischen Umsetzung kommenden und teils schon angewandten Visionen“ hervor. „Sie machen deutlich, wie wertvoll Investitionen zugunsten effizienterer, präziserer, schonenderer Behandlungs- und Vorgehensweisen sind.“ Der Preis würdigt nun – „über Bewerbungen und Wettbewerb auf höchstem Niveau“, so Mentrup – eine herausragende Errungenschaft der Gesundheitstechnologie, die dieses Jahr im Fokus stand. Anhand der Kernkriterien innovative Leitidee, globale Relevanz und Marktfähigkeit hatte sich eine Fachjury bei ihrer Sitzung im Juli unter zehn verbliebenen Kandidaten für fünf Nominierungen, darunter Dr. Ruiter und ihr Konzept, entschieden.

 

Dynamischer Branchenzweig ins Licht gerückt

Ein komplexer Prozess, bereichert durch eine seitens der TRK unerwartet hohe Zahl an Bewerbungen, rückte also einen insgesamt bemerkenswert entwickelten und dynamischen Branchenzweig sowie ein existenziell notwendiges, praktikables und Erfolg versprechendes Diagnose-System ins Licht: Es lasse sich den Juroren zufolge auf eine Art realisieren, wie sie sonst nur strahlenbelastend, etwa durch die klassische Mammografie, möglich ist. „Eine gute, fortgeschrittene Idee mit hohem Entwicklungspotenzial“, konstatierten die Fachleute. Sie lobten diese Behandlung in ihrer Begründung auch aus epidemiologischen Gesichtspunkten als weltweit kostengünstig und ohne großen Aufwand anwendbare Methode. Sie senkt die Hemmschwelle, sich rechtzeitig untersuchen zu lassen, und dämmt so die nach wie vor größte Krebsgefahr für Frauen signifikant ein.

Das griff auch der Autor, Moderator und „Arzt mit Leidenschaft“, Prof. Dietrich Grönemeyer, in seiner Laudatio auf, um im Namen der Medizin und der TRK einen Weg zu ehren, der Patientinnen wie Ärztinnen und Ärzten hilft und der, dank früher Gewissheit, weitere Maßnahmen einleiten und dadurch Leben retten kann. In einem Einspieler betonte Dr. Ruiter Präzision und Effizienz: „Wir wollen nur das als krank diagnostizieren, was auch wirklich krank ist.“ Durch vergleichsweise niedrige Kosten ist die Methode auch für Frauen in Entwicklungsländern neuer Hoffnungsträger. Weiterer Vorteil: Das Verfahren ist schmerzfrei.

 

Weltweit einzigartiges Prinzip

Dr. Ruiter, vor allem verantwortlich für den Aufbau des weltweit ersten 3D-Ultraschall-Computertomografen, und ihre vielen Mitwirkenden versprechen eine sichere Diagnose schon ab einer Tumorgröße von fünf Millimetern und verfolgen das Ziel eines standardmäßig und letztlich lebenswichtig noch früheren Erkennens. „Unheimlich gerührt und dankbar“, zeigte sich die Geehrte, nachdem sie freudestrahlend den Preis in Empfang genommen hatte. Schließlich seien auch die anderen Projekte sehr gut gewesen, was für gespanntes Warten bis zum Schluss gesorgt habe. Dr. Ruiter bedankte sich bei den vielen Studierenden, Ärztinnen und Ärzten, die all das ermöglichten, was als weltweit einzigartiges Prinzip jetzt unter anderem durch eine gerade gestartete, groß angelegte Studie in Mannheim weiter vorangetrieben werde.

Sichtlich beeindruckt von allen Projekten sowie von der Losung, Lebensart und Hochtechnologie zu verknüpfen, staunte Prof. Grönemeyer auch über den Mut der Juroren, eine Entscheidung zu treffen, die ihn ihn angesichts der durchweg hohen Qualität der eingereichten Projekte überfordere. Und doch sei es richtig, einen Gewinner zu küren, damit dieser Magnetwirkung für die Region und auch die anderen Konzepte entfalte. In seinem Vortrag mahnte er, das Gesundheitswesen dürfe nicht länger nur als Kostenträger, sondern müsse viel mehr als wertschöpfend verstanden und gefördert werden. Optimale Voraussetzungen dafür biete die TechnologieRegion Karlsruhe: „Es ist die innovativste Region, zumindest in Deutschland – und der Preis ist etwas ganz Besonderes.“

 

Individuelle Behandlung als Losung

Dafür ebenfalls nominiert waren folgende vier Forscherinnen und Forscher samt innovativer Lösungen, denen auch jeweils ein eigens produzierter Kurzfilm gewidmet war und die unter großem Applaus eigene Urkunden erhielten: Dr. Dennis T. T. Plachta (Institut für Mikrosystemtechnik, Uni Freiburg) für ein blutdrucksenkendes Implantat. Dr.-Ing. Stefanie Speidel (KIT-Institut für Anthropomatik und Robotik) für das System IMHOTEP, mit dem Eingriffe präzise geplant und gelehrt werden können. Prof. Dr. Dr. Uwe Spetzger (Neurochirurgische Klinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe) für ein am 3D-Drucker gefertigtes HWS-Implantat. Dr. Roland Unterhinninghofen (KIT-Institut für Anthropomatik und Robotik) für eine 3D-Druck-Fixierungsmaske zur Strahlentherapie. Im Arzt-Patient-Verhältnis seien die Begegnung auf Augenhöhe und die individuelle Behandlung entscheidend. Beides spiegle sich eindrucksvoll in allen präsentierten Ideen wider, so Grönemeyer.

Alles in allem, unterstrich der TRK-Vorsitzende angesichts positiver Resonanz und eines Themas, „das hier zu Hause ist, aber auch für die gute Vernetzung mit deutschen und internationalen Partnern steht“, erweise der NEO sich als immer größeres Aushängeschild nach außen und stärkenderes Zeichen nach innen. Im Vorfeld der Gala gewährte Heel einen Einblick in seine Produktionsstätten. Einer der führenden Arzneimittelhersteller baut seinen Hauptstandort gerade weiter aus. Weitere Informationen zum Unternehmen sind dieser Pressemeldung beigefügt. Bald schon beginnen die Planungen für den NEO2016, dessen Schwerpunkt noch nicht feststeht, der aber in jedem Fall die sozioökonomisch ausstrahlenden Potenziale der vielfältig innovativen TRK aufs Neue beleuchten wird.

 

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NEO2015