„zeo“ ist da

Startschuss für die ersten 25 von 39 Elektro-Carsharingautos des Projekts „zeozweifrei unterwegs“ am Schloss Bruchsal mit Staatssekretär Dr. Baumann

„zeo“ ist da – am Freitag, 30. September, erfolgte der Startschuss für „zeozweifrei unterwegs“, eines der größten E-Carsharing-Projekte in Deutschland. Vor der barocken Kulisse des Bruchsaler Schlosses gingen die ersten 25 grün-weißen Elektroautos in Betrieb. Weitere 14 werden bis Anfang 2017 folgen. Rund 100 Gäste nahmen an der Auftaktveranstaltung teil.

Die Fahrzeugflotte besteht aus den Modellen Renault ZOE und Nissan eNV200. Stationiert sind die „zeos“ an 39 zentral gelegenen Stationen in allen Gemeinden der Region Bruchsal.

Die Autos können ab sofort von Jedermann ausgeliehen werden. Unter www.zeozweifrei-unterwegs.de muss man sich zunächst online registrieren. Anschließend erhält man im Bürgerbüro seine Nutzerkarte, mit der sich die „zeos“ öffnen lassen. Die ersten zehn Kunden in den einzelnen Bürgerbüros erhalten zudem einen 10-Euro-Fahrgutschein. Es gibt weder eine Anmeldegebühr, Kaution noch eine Grundgebühr. Lediglich für die tatsächliche Nutzung der Autos fallen ein Euro pro Stunde und 18 Cent pro gefahrenen Kilometer an.

„zeozweifrei unterwegs ist ein absolut wegweisendes Projekt, mit dem die Wirtschaftsregion Bruchsal eine Vorreiterrolle übernimmt“, so die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. „Vom neuen zeo-Carsharing profitieren in erster Linie die Menschen in der Region. Sie erhalten eine ganz neue Möglichkeit, von A nach B zu kommen“. Die Vorsitzende der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal (WFG) durchschnitt zusammen mit den anderen Ehrengästen ein symbolisches rotes Band, um den 25 grün-weißen Elektroautos den Weg frei zu machen. WFG-Geschäftsführer Stefan Huber sieht als Konsortialführer des Projekts gleich mehrere Ziele erreicht: „Die neuen zeo-Elektroautos schonen nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel“.

Die Fahrzeugschlüssel der neuen „zeos“ überreichte Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. „Wir brauchen Projekte wie „zeozweifrei unterwegs“ und Menschen, die sie umsetzen“, so Dr. Baumann. „Davon kann ein Impuls ausgehen, der viele andere zum Umdenken anregt und individuelles Verhalten ändert.“ Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Baden-Württemberg mit insgesamt 1,1 Millionen Euro unterstützt.

Wie wichtig die Elektroautos für die Klimawende insgesamt ist, verdeutlichte Franz Alt. In seinem Impulsvortrag zeigte der Fernsehjournalist und Bestsellerautor den geladenen Unternehmen die wirtschaftlichen Potenziale auf: „Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien und der E-Mobilität. Unternehmer, die das verstehen, machen die Geschäfte von morgen. Nur Nachhaltigkeit führt künftig zu Wettbewerbsfähigkeit.“

Die „zeos“ werden mit 100 prozentigem Ökostrom versorgt. Die 39 Ladesäulen hatte die Energie- und Wasserversorgung Bruchsal (ewb) in den letzten Tagen von Dettenheim bis Östringen errichtet. „zeozweifrei unterwegs hat Modellcharakter, weil nur ein dichtes Netz an Ladesäulen die Voraussetzung für eine nachhaltige Mobilität schafft“, sagte ewb-Geschäftsführer Peter Solberg bei der Auftaktveranstaltung.

Kinowerbung, Plakate und Infostelen in den Bürgerbüros der Region machen ab heute auf die „zeos“ aufmerksam. Zuständig für das Marketing ist die Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe. Deren Geschäftsführerin Birgit Schwegle gab den anwesenden Bürgermeister und Firmenchefs reichlich Informationsmaterial mit: „Wir werden die „zeos“ intensiv bewerben und unterstützen die Gemeinden auch bei Veranstaltungen.“

Betreiber der 39 Elektroautos ist DB Rent mit dem bekannten Flinkster Carsharing. Sylvia Lier, Vorsitzende der Geschäftsführung der Bahn-Tochter, will damit Verkehrsangebote vernetzen: „Mit der Einbindung in das Flinkster-Netzwerk ist die Region Bruchsal Teil des flächengrößten Carsharing-Angebots in Deutschland. So geben wir den Menschen die Möglichkeit, auf ein persönlich besessenes Fahrzeug zu verzichten.“ Die Nutzer können nicht nur auf die 39 „zeos“ in der Region zugreifen, sondern auch auf die rund 4.000 Fahrzeuge des Flinkster-Netzwerks in 300 Städten.

Hohen Besuch gab es auch von Seiten der beiden Fahrzeuglieferanten anlässlich der Eröffnung.

Christophe Mittelberger war direkt vom Pariser Autosalon auf einen Abstecher nach Bruchsal gekommen: „Wir freuen uns, als Marktführer im Bereich Elektrofahrzeuge dieses wegweisende Projekt mitzugestalten“, so das Vorstandsmitglied von Renault Deutschland. Zum Einsatz kommen werden 34 Kompaktlimousinen vom Typ ZOE, dem meistverkauften Elektroauto in Deutschland. Die Ausschreibung für deren Lieferung hatte das Autohaus Graf aus Bruchsal gewonnen.

Die „zeo“-Flotte wird für Fahrten mit bis zu sieben Personen oder für größere Möbel- und Materialtransporte durch fünf größere Fahrzeuge vom Typ Nissan eNV200 ergänzt. Für Nissan Deutschland war Bereichsdirektor Stefan Hoy gekommen. „Nissan verfolgt den Weg zur CO2-freien Mobilität in vielen Bereichen. Das Projekt hat für uns einen Modellcharakter, da sich die Menschen in Bruchsal von der Alltagstauglichkeit der Elektrofahrzeuge überzeugen können und selber erfahren können, dass Elektromobilität auch Fahrspaß bedeutet“, so Hoy. Geliefert wurden die fünf Nissans von Autohaus Rastetter aus Karlsdorf-Neuthard.

Weitere Informationen unter: www.zeozweifrei-unterwegs.de