NEO2020 – Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe

Wir suchen Ihre Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle im Bereich der Bioökonomie!

Wenn Ökologie und wirtschaftliche Aktivität Hand in Hand gehen, sprechen wir von Bioökonomie. Die Bioökonomie umfasst die Biotechnologie, die Nutzung des Wissens über biologische Zusammenhänge für Produkte und Dienstleistungen und die Substitution fossiler Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe entlang der Wertschöpfungskette. Laut der Nationalen Bioökonomiestrategie1 soll die Bioökonomie mit biologischem Wissen und verantwortungsvollen Innovationen zu einer nachhaltigen, klimaneutralen und kreislauforientierten Entwicklung der Wirtschaft beitragen.

Die Bioökonomie findet auf allen Wertschöpfungsstufen statt, von der Rohstofferzeugung, der Nutzung von biologischen Ressourcen und Verfahren in der Industrie bis zum Recycling in allen Wirtschaftszweigen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen2. Die Bioökonomie bietet Unternehmen Lösungen, um den neuen Herausforderungen bei Klimaschutz und CO2-Einsparung zu begegnen. Dadurch führt dieser Wirtschaftstrend auch zur Neuausrichtung bestehender Produktionsstrukturen und schafft neue Technologien und Arbeitsplätze, was die regionale Wertschöpfung deutlich stärkt und Abhängigkeiten von weltweiten Lieferleistungen verringert.

Mit dem NEO2020 möchten wir konkrete Beispiele der Bioökonomie sichtbar machen und die überzeugendste Idee mit 20.000 € auszeichnen. Gesucht sind insbesondere Ideen, bei denen global gedacht und regional gehandelt wird.

Beispiele für preiswürdige Innovationen können unter anderem aus folgenden Bereichen kommen: biobasierte Verfahren, regenerative Kraftstoffe, biologisch abbaubare Verpackungen, Materialien und Hilfsstoffe für die Textilindustrie, neue, nachhaltige Bau- und Werkstoffe oder natürliche Lebensmittelzusätze.

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Die Nominierten

Der NEO2020 – Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe zeichnet in diesem Jahr eine zukunftsweisende Entwicklung im Bereich der Bioökonomie aus, sechs Leuchtturm-Beispiele wurden nominiert:

AidBoards von der Technischen Universität Dresden entwickelt Einwegmöbel aus Wellpappe für humanitäre Hilfseinsätze. Feldbetten, OP-Tische und weitere Möbel werden als leichte Bausätze für den einmaligen Transport und Aufbau sowie einfaches Recycling konzipiert. Bisher wird bei der Ausstattung von Evakuierungsräumen, Not-Unterkünften oder provisorischen Krankenhäusern auf Billigprodukte aus Fernost zurückgegriffen. Sie weisen aber nicht nur wegen ihrer Metall- und Kunststoff-Bestandteile, sondern auch wegen der notwendigen Logistik über Europa eine negative Ökobilanz auf. Der Einweglösung aus günstigem Papp-Mobiliar wird von Interessenten großes Potenzial bescheinigt.

Alpha-Protein GmbH aus Bruchsal möchte mit kreislauforientierter, kosteneffizienter Zucht von Mehlwürmern nach einem patentierten Verfahren die Abhängigkeit von importiertem Soja- und Fischmehl reduzieren. Nachdem die Insekten mit Nebenprodukten aus der Lebensmittelindustrie gefüttert wurden, werden sie zu Insektenmehl verarbeitet. Dieses kann als Futter für Fische, Rinder, Schweine oder Hühner eingesetzt werden und stellt dank essenzieller Aminosäuren einen vollwertigen Ersatz für Fischmehl dar. So kann der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht reduziert werden.

Carbonauten OCM aus dem baden-württembergischen Giengen hat einen Biokohlenstoff aus Resten der Forst- und Landwirtschaft sowie der Holz- und Lebensmittelindus- trie entwickelt. Das organische Material kann den CO2-Gehalt in der Luft senken, weil es Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zieht und speichert – genau wie frisch gepflanzte Bäume. Kombiniert man den Biokohlenstoff mit Zusätzen, kann er erdölbasierte Kunststoffe und Baustoffe ersetzen. Anwendungsbeispiele finden sich im Leichtbau, bei der Dämmung oder Filtration. Auch Einwegprodukte wie Kaffeekapseln, Geschirr oder Urnen sind daraus herstellbar.

Landpack GmbH aus dem bayerischen Puchheim tritt mit der ersten ökologischen Alternative zu Styropor an. Ihr Produkt besteht aus Stroh, das ohne Zusatz-, Kleb- oder Kunststoffe geformt wird. Es besitzt dieselben Isolierungs- und Stoßdämpfungsmerkmale wie Styropor, verbraucht aber nur zwei Prozent von dessen Primärenergie bei der Herstellung und kann im Biomüll entsorgt werden. Beim Versand von gekühlten Lebensmitteln oder Medikamenten könnte der Stoff zum Game Changer werden, da er eine Antwort auf das globale Plastikmüll-Problem und die Luftverschmutzung liefert und den Landwirten einen zusätzlichen Verdienst am Getreide beschert.

Nertus – insect farming (ehemals Cepri) aus Karlsruhe möchte Mehlwürmer als alternative Proteinquelle etablieren, da Insekten in der Aufzucht deutlich weniger Ressourcen benötigen als die herkömmliche Viehzucht und darüber hinaus hochwertiges tierisches Eiweiß liefern. Das Unternehmen besitzt langjähriges Know-how in der Mehlkäfer-Zucht und hat eine Technologie für Ei-Ernte und -Separation entwickelt. So können Mehlkäfer-Eier an Insekten-Farmer weltweit versendet werden, die damit vor Ort Futter- und Nahrungsmittel produzieren. Ziel ist der Aufbau eines nachhaltigen Wertschöpfungsnetzwerks, um Eiweiß lokal zu erzeugen.

PLAFCO von der DHBW Karlsruhe stellt ein Ersatzmaterial für Plastik-Verpackungen und -Produkte her: Dafür wird Papier durch Anlösen von Zellulose zu einem biobasierten Komposit umgewandelt. Bei der Herstellung werden keine schädlichen Chemikalien verwendet und durch den Prozess entsteht ein Material, das dichter, steifer und belastbarer ist als mehrlagige Kartonagen. Das Material kann als Verpackung in der Lebensmittelindustrie dienen und eignet sich auch als Substitution für plastikbasierte Einmalprodukte wie Besteck, Trinkhalme und Teller aus Plastik, die ab dem kommenden Jahr EU-weit verboten sind.

 

Die Ausschreibung

Der Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe zeichnet jedes Jahr hervorragende Ideen zu einem aktuellen Zukunftsthema mit eiem Preisgeld von 20.000 Euro aus und macht erprobte Innovationen für ein breites Publikum sichtbar. Der NEO2020 ist mehr als nur ein Preis – er garantiert Ihnen eine interessante Plattform und viel Aufmerksamkeit von Entscheidern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen.

Der NEO2020 sucht preiswürdige Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die zeigen wie biobasiertes Wissen und Innovationen einen Beitrag zu kreislauforientierter Wirtschaft leisten und nachhaltige Klimaziele erreichen können.

Für den NEO­-Award können sich Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle mit einem hohen Innovations-, Markt- und Nachhaltigkeitspotenzial aus allen Bereichen der Bioökonomie bewerben.

Beispiele für preiswürdige Innovationen können unter anderem aus folgenden Bereichen kommen: biobasierte Verfahren, regenerative Kraftstoffe, biologisch abbaubare Verpackungen, Materialien und Hilfsstoffe für die Textilindustrie, neue, nachhaltige Bau- und Werkstoffe oder natürliche Lebensmittelzusätze.

 

Überzeugende Leitidee

Gesucht werden Entwicklungen, denen eine überzeugende Leitidee zugrunde liegt. Sie sollten einer breiten Öffentlichkeit vermittelbar sein und einen wichtigen Beitrag zur Lösung aktueller und gesellschaftlicher Fragestellungen liefern. Eine reine Grundlagenforschung soll nicht Gegenstand der Bewerbung sein.

Marktfähigkeit

Wir freuen uns über die Einreichung marktfähiger Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Diese sollten allerdings noch nicht seit Jahren bekannt und angewendet sein, sodass sie im allgemeinen Bewusstsein keine Neuerung mehr darstellen.

Globale Relevanz und Internationalität

Die NEO2020-Jury sucht nach Innovationen, die globale Relevanz erwarten lassen und entweder bei ihrer Entstehung oder in der Anwendung eine internationale Dimension aufweisen.

Das Vergabeverfahren

Die Ausschreibung erfolgt in zwei Stufen: Bis zum 3. Juni 2020 konnten sich die Teilnehmenden mit einer Kurzbeschreibung ihrer Innovation in deutscher oder englischer Sprache bewerben. Wir treffen eine Vorauswahl und fordern von maximal zehn Kandidaten weiterführende Ausarbeitungen an. Von diesen Einreichungen nominiert die Fachjury bis zu fünf Arbeiten für die Preisverleihung im Herbst.

Teilnahmebedingungen

Alle Personen, Wissenschaftseinrichtungen, Institutionen, Unternehmen und Vereine aus Deutschland und dem Département Bas-Rhin in Frankreich waren zur Teilnahme berechtigt.

Die Jury

Der Innovationspreis bietet objektive Rahmenbedingungen: Eine hochkarätige Fachjury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik nominiert bis zu fünf Arbeiten aus den Einsendungen und ermittelt den Preisträger des NEO2020.

Jurymitglieder:

  • Dr. Guido Glania
    Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe
  • Dr. Patrice Harster
    Geschäftsführer EVTZ Eurodistrikt PAMINA
  • Prof. Dr. Thomas Hirth
    Vizepräsident für Innovation und Internationales am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Prof. Dr. Ralf Kindervater
    Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH und Honorarprofessor am KIT in der Fakultät für Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik
  • Stefanie Nauel
    Regierungsdirektorin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
  • Prof. Dr.-Ing. Franz Quint
    Prorektor der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft
  • Dr. Elisabeth Saken-Braunstein
    Referentin im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
  • Prof. Dr.-Ing. Stephan Schenkel
    Rektor der DHBW Karlsruhe
  • Dr. Sven Wydra
    Leiter des Geschäftsfelds Bioökonomie und Lebenswissenschaften am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

 

Die Preisverleihung

Im Rahmen der Preisverleihung werden alle nominierten Arbeiten präsentiert und der Preisträger des NEO2020 – Der Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe bekannt gegeben. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird voraussichtlich im Herbst in der TechnologieRegion Karlsruhe verliehen. 

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